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tionale Frauengemeinschaft', in der wir beiden uns behaupten mussten."
Die Arbeit dieser Frauengemeinschaft lief sehr bald auf vollen Touren.Die Stadtverwaltung gab ihr jede Unterstützung. Einzelne Mitgliederwurden zu verschiedenen städtischen Ausschüssen, denen ausser den bei-geordneten Bürgermeistern und Stadtverordneten auch angesehene Bürgerder Stadt angehörten, hinzugezogen.
" Ich wurde in den Ernährungsausschuss gerufen, den OberbürgermeisterWallraff persönlich leitete. Köln war als Festungsstadt besonderen Be-stimmungen unterworfen, besonders auf dem Gebiet der Ernährung. Es muss-ten immer bestimmte Mengen von Lebensmitteln sachgemäss eingelagertsein. In den Lagern herrschte ständig Bewegung und Betriebsamkeit. Fürdie ausgegebenen Nahrungsmittel mussten die neu zu lagrenden Beständebereitliegen, eine Lücke durfte es nicht geben. Mit mir war die Vor-steherin des städtischen technischen Lehrerinnenseminars( der Name istwir entfallen) in diese Ausschuss. Die Arbeit, die wir verrichteten,war sachlich, aber nicht uninteressant. Mitunter wurde es kritisch,wenn der Nachschub nicht so anrollte, wie es notwendig war. Als dieKnappheit der Lebensmittel einsetzte und das geschah sehr bald schonzu Beginn dieses unsinnigen Krieges-, kamen für uns als' Mitverantwort-liche' böse Zeiten. Dieser Krieg war technisch wahrscheinlich sehrgründlich vorbereitet worden( man nannte ihn ja den' Ingenieurkrieg'),aber ernährungsmässig war er ein Verbrechen. Die Schlängen vor den Lä-den wurden beängstigend lang. Viele Familien waren längere Zeit ohnedie wichtigsten Lebensmittel. Die Notwendigkeit der Rationierung wurdehart umkämpft. Die Einsicht musste sich schliesslich der Notwendigkeitbeugen. Das Kölner ' Brotbuch mit seinem Markensystem und der dahin-terstekenden Organisation wurde übrigens später als vorbildlich aner-kannt."
Pinter
Iwals dreinlich
Den Ernährungsausschuss, dem Marie Juchacz angehörte, oblag auch dieVerteilung an den Binzelhandel und die Konsumvereine, sowie die Abrech-nung. Dass in solchen Zeiten" Abzweigungen" vorgenommen werden, die demschwarzen Markt zufliessen, um höhere Preise zu erzielen, ist eine Er-scheinung, die es Timmer gegeben hat und immer geben wird, wenn Rationie-rungen erfolgen. Gerade als Sozialdemokratin legte Marie Juchacz beiihrer Arbeit grössten Wert darauf, dass auch die zur freigewerkschaft-lichen Arbeiterschaft tendierende Konsunge nos enschaft prozentual gleichwertig bedacht wurde.
************" Die Einzel- und Kleinhändler waren in ihrem Verhalten in