Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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seine Lösung für den Fortgang des Krieges äusserst wichtig war, dassüberhaupt die Kriegerfreuen dabei ein gewichtiges Wort mitzuredenhatten. Die Kölner Stadtverwaltung legte Wert darauf, dass ich mich andiesen Informationsreisen beteiligte. Ich fuhr also nach Berlin , wo manmich über alle möglichen Dinge von Regierungsseite aus unterrichtete,womit aber wirklich nichts anzufangen war. Das Studium der praktischenSelbsthilfe gab bessere Aufschlüsse. Dann fuhr ich in andere Städte, nahhMünchen , Stuttgart usw., wo ich sehr viel sah und hörte, was ich inKöln auf die dortigen Verhältnisse zugeschnitten- anwenden konnte."

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Da auch Elisabeth des öfteren von Köln abwesend war, blieben die Kinderalleine in der Wohnung, die inzwischen gewechselt werden musste. Manwar in der gleichen Strasse geblieben, nur einige Hausnummern höher,und wohnte jetzt im Vorderhaus der Stenzelstrasse 13 im ersten Stock,mit einem schönen und grossen Balkonzimmer, vor dem drei grosse Kasta-nienbäume standen. Es war ein Eckhaus, und von der Wohnung aus konnteman auch auf die Siebengebirgsallee sehen. Durch die Kriegsereignissewaren die Kinder sehr viel allein auf sich angewiesen. Lotte, jetzt( imJahr 1916) noch nicht ganz 13 Jahre alt, besuchte das Lyzeum, währendMaries Sohn Paul und Lisbeths Fritz zur Volksschule gingen. Die Kinder,vor allem die schon sehr erwachsen wirkende Lotte, entwickelten einegrosse Selbständigkeit, und Fritz machte sich einen Sport daraus, aufdie Lebensmittelmarken möglichst zwei Mal einzukaufen, indem er es fer-tigbrachte, das Abschneiden der Abschnitte beim ersten Einkauf zu' ver-schlabbern'. Den Muttern wurde davon nichts gesagt, weil die Kinderwussten, dass sie damit bestimmt nicht einverstanden sein würden.Gegenüber, auf der anderen XxxxxxxxSeite der Stenzelstrasse, befand sichein Neubaublock, der zu Beginn des Krieges angefangen, aber dann nichtweitergeführt wurde. Diese Rx" Ruinen" waren für alle Kinder der Strasseund der näheren Umgebung ein beliebter Spielplatz. Die Eltern aller Kin-der sahen es zwar nicht gerne, wenn die Jungens auf den Mauern herum-turnten, aber was halfen schon solche Verbote. Bis dahin war ja auchnoch nichts passiert.

Während an einem dieser Tage der achtjährige Fritz beim Binkaufen warund auf die gleichen Abschnitte zum zweiten Mal kümmerlich wenige Kar-toffeln besorgte( die ausserdem noch gefroren waren), versorgte Lotteden Haushalt und kochte Wäsche, wobei sie allerdings nicht daran dach-te, dass die Jungenhemden, die auf dem Herd in einem Topf brodelten, ausPapierstoff waren. Paul turnte mit einigen Spielkameraden in Neubauherum, balancierte über einen grossen Eisenträger, wurde schwindelig