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der Lindenstrasse zu beziehen'.
" Euer Kampf hat sich gelohnt, Marie Juchacz. xixxkakan Die Frauen sindwahlberechtigt. Jetzt macht den richtigen Gebrauch davon!"
Nicht alle Frauen machten den richtigen Gebrauch davon. Marie Juchacz hat sich früh and später sehr Gedanken darüber gemacht:e
" Es ist viel darüber gestritten worden, ob das Frauenwahlrecht nun einSegt oder Unsegen ist. Meine Antwort ist, dass man es zum Glück nichtmehr abschaffen kann. Dazu hat es sich schon zu sehr in der ganzen Weltverankert. Es wird, auch wenn der Lauf der Geschichte durch die Stimm-abgabe von Frauen manches Mal eine Richtung nahm, die nicht im Sinnederjenigen lag und liegt, die sich ein Leben lang fitr für dieses Rechteingesetzt und auch geopfert haben, doch das Mittel sein, mit dessenHilfe die Frauen endgültig in ihre menschliche, politische, xxx wirt-schaftliche und soziale Aufgabe nineinwachsen."
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Nachdem am 19. Dezember 1918 auf einer Reichskonferenz der Arbeiter-und Soldatenräte beschlossen warde, die schon am 9. November von Reichs-kanzler Ebert proklamierten Wahlen zu einer verfassunggebenden deutschenNationalversammlung abzuhalten, wurde die Wahl auf den 19. Januar 1919festgesetzt. 18 Ta ge später, am 6. Februar, trat dieses Parlament zuseiner ersten Sitzung in Weimar zusammen. Zu den weiblichen Abgeordne-ten gehörten auch Marie Juchacz und Elisabeth Roehl , die beiden Schwe-stern, die sich hier wieder zu gemeinsamer politischer Arbeit zusammen-fanden, xdx************ x Es war ein Ereignis, das dem die Redaktionder" Berliner Illustrirte Zeitung " so viel Beachtung schenkte, dass sieihrer Ausgabe vom 9. März 1919 das Titelblatt mit dem Bild der beidenFrauen widmete. Es war eine Sensation, als Marie Juchacz als erste Fraueines deutschen Parlaments ihren Platz in der ersten Reihe der Natio nalversammlung verliess, zum Rednerpult ging und ihren Vortrag mit derAnrede begann:" Meine sehr geehrten Herren und Damen!".Friedrich Stampfer , der inzwischen ebenfalls verstorbene Parteifreundvon Marie Juchacz , sagte dazu:
" Es war ein geschichtlicher Augenblick, als an einem Februartag desJahres 1919 in der Nationalversammlung von Weimar zum ersten Mal eineFrau die Rednertribüne einer deutschen Volksvertretung betrat. Es warMarie Juchacz . Andere Frauen folgten. Sie hatte den ersten Platz, undsie hatte ihn verdient, nicht nur weil ihre Partei die stärkste war,sondern mehr noch, weil diese Partei- und Marie Juchacz mit ihr- allen