Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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anderen in Kampf um das leiche Recht der Frau vorangegangen waren. Am10. November 1918 wurde durch eine Proklamation der sozialdemokratischerVolksbeauftragten dese Forderung verwirklicht. Das war, was immer mansonst sagen mag, eine Revolution, und zwar wie ich zuversichtlichhoffe die segensreichste von allen. Denn mit ihr trat jene bis dahinrechtlos gewesene Hälfte der Menschheit in die Arena der Geschichte,die für die grauenhaften Untaten einer barbarischen Vergangenheit keineVerantwortung trug. Mit der Rednerin Marie Juchacz tritt uns ein neu-er, ein ganz anderer Typ entgegen. Vorbei ist die Zeit, in der Vor-kämpferinnen einer Frauenbewegung glaubten, sie müssten durch die An-nahme männlicher Allüren ihre Gleichwertigkeit mit den Männern bewei-sen, ja vielleicht durch übertriebene Lautstärke und Gestikulationihre Überlegenheit zeigen. Marie Juchacz ist die Frau, die ijre errun-genen Rechte mit würdiger Selbstverständlichkeit wahrnimmt. Es ist dieMütterlichkeit, die frauliche Menschenliebe, die mit ihr in der Volks-vertretung das Wort ergreift. Angesichts einer solchen Erscheinung, dieerfreulicherweise nicht vereinzelt bleibt, muss die Witzelei der Spiess-bürger, die in früherer Zeit den Fortschritt der Frauenbewegung be-gleitete, einer stummen Verlegenheit Platz machen. Durch Frauen wieMarie Juchacz wurde eine Tradition geschaffen, die im Bundestag ihrewürdige Fortsetzung gefunden hat. Grosse Tage von der Art, wie sie derBundestag bei der Debatte über die Gleichberechtigung der Geschlechterin Februar des Jahres 1954 erlebt hat, sind nur durch die Teilnahmevon Frauen möglich geworden. Als Marie Juchacz ein junges Mädchenwar, gab es für Frauen noch nicht das Recht, zu wählen oder gewählt zuwerden oder auch nur einem politischen Verein anzugehören. Sie hattenichts als ihre Energie, mit der sie zu einer der führenden Gestaltendes öffentlichen Lebens emporstieg, nichts als den Willen, Dienerinicht einer' Herrschaft', sondern der ganzen Menschheit zu sein. Sowurde sie zur Vorkämpferin einer friedlichen Revolution."

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-die nach einem verlorenen krieg so dringende Aufbung

Es war nicht leicht, untenarbeit in einer Zeit zu leisten, die trotzKriegsende nicht zur Ruhe und zum sinnvollen Wiederaufbau ken. An 22.$ 1919,und 23. Juniwerahndelte die Nationalversammlung in Weimar über dieUnterzeichnung des Friedensvertrages. Fünf Tage später wurde er inSchlogs zu Versailles unterschrieben. Marie Juchacz kannte seine Be-dingungen nur zu gut und xi wusste, dass sie in der unterschriebenenForm niemals erfüllt werden könnten. Mit ihrer Schwester Elisabeth, dieinzwischen in Köln Stadtverordnete geworden war, hatte sie in Weimar während der Sitzungen der Nationalversammlung viel Gelegenheit, dieseProbleme nach allen Seiten hin durchzudenken, ohne aber zu irgendwel-chen Ergebnissen zu kommen.