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" Wie Marie Jchacz auf den Gedanken kam, die' Arbeiter- Wohlfahrtgründen, weiss ich nicht mehr. Sie zog mich heran, als sie schon zurGründung entschlossen war. Diese Gründung war eine ausgezeichnete ideefür die Frauensekretärin der Sozialdemokratischen Partei- MarieJuchacz's berufliche Stellung bis 1933, denn die AW gab den Frauender SPD eine Möglichkeit der Betätigung im Staats- und Gemeindeleben,die mancher Frau besser liegt als nur über Politik zu lesen und zu dis-
kutieren.
Ich war damals eine der wenigen in der Partei tätigen Frauen, die inder Wohlfahrtspflege ausgebildet und schon einmal in eines Wohlfahrts-ant tätig gewesen war. So bat Marie Juchacz mich, Mitglied des Haupt-ausschusses zu werden. Ich übernahm die Leitung der Ausbildungskommis-sion, die ebenso wie die Anstaltskommission nicht nur über Fachfragendes Ausbildungswesens oder anstaltswesens beriet, sondern fest mit zumOrganisationsapparat des Hauptausschusses gehörte, denn die Ausbildungskommission leitete die Ausbildungsarbeit des Hauptausschusses genau sowie die Anstaltskommission sene Anstalten. Selbst später, als derHauptausschuss mehr Personal einstellen konnte, änderte sich das Ver-hältnis der beiden Kommissionen zum Hauptausschuss nicht. Ich hatte1926 vorgeschlagen, eine Halbmonatsschrift mit dem Titel' Arbeiter-Wohlfahrt' herauszugeben und übernahm die Redaktion der Zeitschrift.1928 gründeten wir die ste Wohlfahrtsschule der AW und ich wurde Vor-sitzende des Ausschusses, der die Schule leitete. So gehörte ich zumStab der AW, ohne von ihr angestellt gewesen zu sein. Das gleiche galtfür Elisabeth( Kirschmann)-Roehl, die Vorsitzende der Anstaltskommis-sion, Maries jüngere Schwester, die 1930 mit etwa 42 Jahren starb. Diegemeinsame Arbeit brachte mich beiden Frauen persönlich nahe, und be-sonders mit Elisabeth verband mich ehe persönliche Freundschaft, dienoch intimer wurde, als ich 1928 in den preussischen Landtag gewähltwurde, dem Elisabeth schon länger angehörte.
Die beiden Schwestern wen von einer gegenseitigen Innigkeit, wie mansie selbst bei Schwestern selten beobachtet. Sie hatten sich, aus deneinfachsten Verhältnissen kommend, zu einflussreichen Stellungen inder Arbeiterbewegung emporgearbeitet und lebten in Köln und Berlin zu-