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konnte, nicht konkurrieren. Der vorgesehene Verteilungsschlüssel konn-te also nicht beibehalten werden. Es war nicht leicht, die schon be-stehenden christlichen Wohlfahrtsverbände von der Notwendigkeit einerAnderung zu überzeugen. Aber der schliesslich gefundene Weg machte esmöglich, auch die Arbeiterwohlfahrt an den Zuschüssen der Reichsre-gierung zu beteiligen."
Das Arbeitsministerium war nicht die einzige staatliche Stelle, dieden Bemühungen der jungen AW gegenüber aufgeschlossen war. Marie be-nutzte jede Gelegenheit, um durch Wort und schrift das grundsätzlicheZiel der Arbeiter- Wohlfahrt aufzuzeigen, es nicht nur dem Gesetz-geber, sondern auch dem, der vom Gesetz betroffen ist, nämlich
dem durch Gesetze gelenkten Staatsbürger. So schrieb sie im Jahre1922:
" Das Goethe- Zitat' Gesetz ist mächtig, mächtiger ist die Not' hatseine Wahrheit zu jeder Zeite poche erwiesen. Die kapitalistische Wirt-schaftsepoche wirfty Massen in Elend und Not. Verbrechen und Verge-hen gegen Gesetz und Sitte sind ihre Begleiterscheinungen. Menschen,die vielleicht niemals vom Wege abgearrt wären, straucheln und fal-len. Hilflose Geschöpfe, Kinder, Kranke und Greise leiden gesund-heitlich und moralisch, und gehen zugrunde, wenn ihnen nicht mildtä-tige Hande- oder die Gesetzgebung und die öffentlichen Einrichtungenhelfen.
Die Maldtätigkeit, die ihren Boden in der Kirche und in kirchlichenVereinigungen fand, konnte zu allen Zeitennur in beschränktem Umfangehelfen. Auch liegt es auf der Hand, dass sie in der Regel parteiischverfuhr und heute noch verführt. Heuchelei und Lüge, Demoralisierungder Hilfsbedürftigen sind oft unerfreuliche Folgeerscheinungen dieserprivaten Mildtätigkeit. Das gesunde Gegenstück dazu sind Aktionen derSelbsthilfe, so wie sie in den Reihen der Arbeiterschaft geübt werden,durchdurch die Sozialdemokratische Partei , Gewerkschaften, Bildungsausschüssedurch die Jugendbewegung und durch Arbeiterwohlfahrtsausschüsse. Vondiesen soll hier die Rede sein.
Die gesetzliche Festlegung der Krankenversicherung , die Unfall-, Al-ters- und Invalidenversichenng des Reiches sind die XxgakxxXKE Er-füllung von Forderungen, die von der Arbeiterschaft immer wieder ge-stellt wurden. Die Abstellung oder Milderung aller sozialen Nöte ist.jedoch damit nicht im entfertesten erschöpft. Die geistigen Kräfteder Arbeiterschaft wirken weiter in den Parlamenten, in der Gesetz-Coffentlichengebung und im Selbstverwaltungskörper, also in Einrichtungen, dieneben der Gesetzgebung auf dem Wege der Verwaltung manche Maßnahmenzur Abstellung sozialer Not einleiten können.