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[ Not- Juflation- Separatiste-Hitlerputsch]
Interesse der Bestrebungen der Arbeiterwohlfahrt positiv hätte be-friedigen können, aber die Geldmittel dazu waren nicht vorhanden.
" Um der Bewegung erst einmal einen bestimmten geistigen Boden und ei-ne Richtung für die Arbeit zu geben, wurde anfangs den Ortsausschüs-sen die Frauenzeitschrift' Die Gleichheit unter Kreuzband gratis ge-liefert. Später wurde dies wegen der daraus entstehenden und mit derZahl der ausschüsse wachsenden technischen Belastung der Geschäfts-stelle aufgegeben un d den Ortsleitungen zur Pflicht gemacht, dieGleichheit zu abonnieren, was auch geschah. Die teigerung der In-flation ins Gigantische nahm uns dann im Jahre 1923 diese Möglichkei-ten, die' Gleichheit musste ihr Erscheinen einstellen.Dafür wurde die Tagespresse, soweit das nur möglich war, mit Arti-keln in Anspruch genommen. Das geschah alles in dem Bewusstsein, dasseine ju ge Organisation ruhig und besonnen arbeiten muss und sich talnicht durch grosses Geräusch ankündigen, sondern durch zielbewussteund zähe Aufklärungsarbeit sich den Boden erobern muss.
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News Kapitel[ Not- Juflation the Herputsch]
Die ungeheure Notdes Winters 1923/1924 veranlasste Marie Juchacz , zuKundgebungen Zuflucht zu nehmen. Im Dezember 1923 verfasste sie zu-sammen mit Paul Löbe , dem Leiter der Reichsarbeitsgemeinschaft derKinderfreunde, einen Aufruf für die' Nothilfe der Arbeiterwohlfahrt':" Furchtbar wüten Hunger und Not in Deutschland . Bu gerlöhne und Gold-markpreise, Erwerbslosigkeit und Kurzarbeit zehren von Tag zu Tagstärker an der Kraft der deutschen Arbeiterschaft. Am schwerstentrifft die Not die Zukunft der deutschen Arbeiterklasse: die Kinder!Bürgerliche Mildtätigkeit ist bereits hier und da am Werke, Brosamenvom Tische der Reichen für die Armsten der Armen zu sa meln. Die Ar-beiterschaft im In- und Auslande will so schwer die Not auf ihreneigenen Schultern lastet- selber helfend eingreifen. die Rettung derKinder der deutschen Arbeiterschaft soll, so weit es ihr möglich ist,auch das Werk der Arbeiterschaft selbst sein. Wir beabsichtigen, kei-nen neuen Verwaltungsapparat aufzuziehen, durch den ein grosser Teilder Mittel vergeudet würde, sondern wir wollen dort, wo die Not amgrössten ist, wo der Wille und die Organisation zur Abhilfe bereitsin d, mit unserer Hilfe unmittelbar eingreifen. Unsere weitverzweig-ten und gut durchgebildeten Ur anisationen gewährleisten ein schnelle-res und sicheres arbeiten. Unsere Kinder hungern! Gebt schnell undjeder nach einen Kräften!"
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