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Allmählich verdichteten sich Maries Umzugspläne. Schon 1905war sie der Meinung, daß es das beste wäre, nach Berlin zu gehen.Otto war schon dort; er bat sie zu kommen und versprach seineHilfe. Den Gedanken rasch die Tat folgen zu lassen, ist Marieimmer schwer gefallen. Elisabeth, die schon lange der Überzeugungwar, daß die Schwester zu Größerem bestimmt war, als zur Lands berger Schneiderin und Weißnäherin, riet zu, ja sie drängte Marie.Sich von der älteren Schwester zu trennen, die nach ihrer Auffas-sung für ihre eigene geistige Entwicklung unentbehrlich war, kamElisabeth nicht in den Sinn. Sie würde mitgehen und sich in Berlin der Kinder annehmen, während Marie arbeitete.
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1906 zog Otto, der schon vier Kinder hatte, in eine größereWohnung. Er schrieb, daß er in Erwartung von Maries Übersiedlungnach Berlin extra ein Zimmer genommen und auch Näharbeit für siegesucht und gefunden habe. Nun ging Marie mit der zweijährigenLotte und dem sechs Monate alten Paul nach Berlin . Sie wohnte beiOtto und arbeitete für eine Näherin, die im gleichen Haus wohnte.Elisabeth folgte bald nach, und nun lebten die beiden Schwesternund die beiden Kinder bei Otto in einem Zimmer. Sie richteten denRaum nett ein, wie sie das von ihrer Mutter gelernt hatten. Beson-ders Elisabeth hatte Geschmack und künstlerisches Talent. Siemachte Heimarbeit für das Wäschehaus Grünfeld. Hatte Marie einmalkeine Arbeit bei der Näherin im Haus oder für Nachbarn, ließ sichElisabeth mehr Heimarbeit geben und Marie half mit, so daß siebeide immer Arbeit hatten.
Otto war der Arbeiterbewegung treu geblieben und ging viel inGewerkschafts- und Parteiversammlungen. Marie zog es jetzt vor,sich über die wirtschaftlichen und politischen Probleme, die siebeschäftigten, mit der jüngeren Schwester zu besprechen. Bei ihrwar sie die Gebende. Elisabeth war heiter, nahm leicht auf,grübelte nicht lange nach über Probleme, wie Marie das tat, son-dern sah Auswege und war optimistisch.