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Marie und Elisabeth setzten ihren Frauenabend fort, abonniertenauch die" Gleichheit", wurden aber nicht Mitglieder des Vereins.Noch wollten sie ihre Selbständigkeit nicht aufgeben. Dabei be-friedigte sie ihr Frauenabend nach wie vor nicht. Immer wiederspürten sie ihre eigene Unzulänglichkeit. Die Abende hatten keinerechte Form und keinen Charakter.
1907 heiratete Elisabeth den Arbeiter Röhl und zog mit ihm,Marie und den Kindern nach Schöneberg , damals noch ein Berliner Vorort. Marie blieb entschlossen, an öffentlichen Leben weitermitzuarbeiten. Die Zeit, die andere auf ihre Vergnügungen ver-wandten, wollte sie ihren ernsteren Zielen widmen.
In Schöneberg meldeten sich die Schwestern nun doch beimFrauen- und Mädchenverein an. Vorsitzende war Frau Bäumler, derenMann die Schöneberger Spedition des" Vorwärts", der Berliner soziademokratischen Zeitung, hatte. Als Marie und Elisabeth zum erstenMal in eine Versammlung des Vereins gingen, sahen sie, daß diesevon zwei Polizisten überwacht wurde. Das bedeutete, daß dieVersammlung aufgelöst werden würde, sobald ein politisches Wortfiel. Diese Gefahr wurde geschickt umgangen. Nach kurzer Zeitder Mitgliedschaft gingen Marie und Elisabeth in die Wohnung vonFrau Bäumler und boten ihre Mitarbeit an. Bei einiger Vorsichtsei es möglich, erklärte ihnen Frau Bäumler, die Frauen des Vereinsfür die sozialdemokratischen Ideen zu gewinnen. Man müsse dieThemen des Abends möglichst allgemein halten, viel von Kultursprechen und doch Fragen des Arbeits- und Familienlebens derFrauen und die Wege zur Besserung behandeln. Sie bekamen aucheinige 1898 erschienene Broschüren von Emma Ihrer , der Frauen-sekretärin der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands .Frau Ihrer stellte darin fest, daß die Polizei gegen Arbeiterinnen-versammlungen und Frauenzusammenkünfte, die sie für sozialdemo-kratisch hielten, viel strenger vorging, als gegen bürgerliche.Denen sah sie Ausflüge in die Politik oft nach, während sie dieSozialdemokratinnen dafür vor die Gerichte brachte. Frau Bäumlerhatte auch Quittungskarten für Parteibeiträge, durch die dieFrauen die geheime Mitgliedschaft in der Partei erwerben konnten.Die Schwestern erfuhren auch, wo die geheime sozialdemokratischeFrauenorganisation tagte und die Zeit der Zusammenkünfte. Daneben