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sich aus dem Arbeits-, Miets- und Versicherungsverhältnis undaus dem Armenrecht ergaben, leitete Marie an den gewerkschaft-lichen Arbeitersekretär der nächsten Stadt weiter. Andere Fragen,die sich auf das Verhalten der Kinder in der Schule, das Ver-halten der Schule zu ihnen, den Verdienst und die Lebensmittel-teuerung bezogen und die ganz persönlichen Fragen des Ehelebensmussten an Ort und Stelle beantwortet werden. Selbstdisziplin undEnergie gehörten dazu, um nach den Reisen des Tages und der abend-lichen Versammlungsrede noch die Ruhe, Freundlichkeit und Sachlich-keit aufzubringen, die zum Umgang mit den gequälten Fragesteller-innen gehörten. Wollte sie die Frauen politisch gewinnen, durftesie diese in ihren persönlichen Bitten nicht enttäuschen.Kam Marie nach Köln zurück, musste sie die Arbeit in der Stadtmit den dortigen Funktionärinnen besprechen, möglichst viel Frauen-und Parteiversammlungen besuchen und ihre nächste Reise vorbe-reiten. Wie immer widmete sie sich zäh ihren Aufgaben. Sie wussteselbst, wie viel sie noch über die wirtschaftlichen, kulturellen,sozialen und politischen Fragen ihrer Zeit zu lernen hatte. Doch inder Regel konnte sie sich aus der Zeitung informieren und daherbei der Formulierung ihrer Programme und der Konzipierung ihrereigenen Vorträge nicht aus dem Vollen schöpfen. Wurde ein be-stimmtes Thema verlangt, zog sie Bücher heran, sonst fehlte ihrdie Zeit dafür. Im wesentlichen waren es ihre Arbeit und die Ge-spräche mit ihren Freunden vornehmlich den Redakteuren derRheinischen Zeitung
die ihren Gesichtskreis erweiterten und ihr
neue Erkenntnisse vermittelten.
Später, als sie schon Frauensekretärin des Parteivorstandes warund von den in der Agitation tätigen Frauen gebeten wurde, ihnenfertige Vorträge zu liefern, hat sie einmal ihre eigene Arbeits-weise beschrieben:" Man muss sich selbst aus Quellen, Partei-bibliotheken und Parteischriften, das Geeignete zusammenstellen.Wir dürfen keine Phonographen ins Land hinausschicken, sondernmüssen mit eigenem Willen lernen, an uns selbst zu arbeiten und unsdurch unermüdliche Übung fähig zu machen, unsere Werbereden ausuns heraus zu schaffen. Nur bei Spezialthemen ist die Übersendungvon Material angebracht."
Die Kökner Genossen erwarteten von Marie, dass sie in einfachenWorten zu den Frauen über die Probleme in Betrieb und Familie