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Vorstand gehörten als Vorsitzende die Frau des Oberbürgermeisterund als Mitglieder die Vertreter des" Allgemeinen DeutschenFrauenvereins", dès" Frauenstimmrechtsverbandes", derkatholischen, evangelischen und israleitischen Frauenvereine,der bürgerlichen Gewerkschaften der Heimarbeiterinnen und derweiblichen Angestellten, der Lehrerinnenverbände und des Vereinzur Erneuerung der Frauenkulturen. Neben und mit ihnen sass vo1nun an Marie Juchacz von der sozialdemokratischen Frauengruppe.Damals wusste sie noch nicht, wie stark die Arbeit in derNationalen Frauengemeinschaft ihre Gedanken und zukünftige Arbeibeeinflussen würde.
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Marie kannte nicht eine der Frauen persönlich, obwohl alle seitlangem im öffentlichen Leben standen. So tief war die Kluft ge-wesen. Die Frauen begegneten ihr mit einer mit Ängstlichkeit ge-mischten Neugierde, die Marie peinlich berührte. Als sie abererkannten, dass diese Frau keine revolutionären Brandredenhielt, sondern den Standpunkt der Arbeiter sachlich vertrat,kam es zu einer guten Zusammenarbeit. Marie wurde für die bürgerlichen Frauen eine Quelle der Erkenntnis über das Denken und dieOrganisation der Arbeiter. Nur noch gelegentlich musste Marieden Hochmut, mit dem man von den" ungebildeten Volksschichten"sprach, zurückweisen.
Schon im November 1914 hielt Marieg in einer Serie von Auf-klärungsvorträgen der Nationalen Frauengemeinschaft einen Vor-trag" Die sozialen Pflichten der Frau im Krieg". Es war das erstMal, dass sie vor einer nicht nur aus Arbeitern und Sozial-demokraten zusammengesetzten Versammlung sprach. Der Vortragwurde ein Erfolg. Außerdem leitete Marie einen Kurs über" die Kriegsküche im Winter" für die Nationale Frauenarbeits-
gemeinschaft.
Um die bisher fehlende Mitarbeit der Frauen in den gemeindlichenAusschüssen zu überbrücken, berief die Stadt je zwei Ver-treterinnen der Nationalen Frauengemeinschaft in jede ihrerDeputationen und Ausschüsse, die sich mit Kriegsfragen beschäftiten, die die Bevölkerung berührten. Marie sass im Ernährungsaus-schuss, der die vom Reich rationierten und die von der Stadtselbst eingekauften Lebensmittel einlagerte und zur Verteilungabrief. Der Respekt vor dem Organisationstalent der Arbeiter,
Oui