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wer sich noch nicht entschieden hatte und zurückgewonnenwerden konnte.
In vielen Dingen waren Marie und Elfriede verschieden,Elfriede kannte die große Bedeutung der Kleinarbeit, der siesich mit Hingabe widmete, Reden hielt sie selten; sie kannteihre Grenzen. Aber sie besaß einen scharfen Verstand, hatteBerliner Mutterwitz und verfügte über eine ungetrübte Heiter-keit. Sie grübelte nicht sonerlich über Probleme nach undhatte nicht das Bedürfnis, sich in die sozialistischen Theoretiker zu vertiefen. Zur Bewegung zu gehören und darintatkräftig mitzuwirken, das war ihr genug. Eifrig daraufbedacht, Frauen, die sie kannte und schätzte zu fördern,fehlte es ihr auch nicht an Mut, andere, die sie für ungeeig-net hielt, zurückzuweisen. In Gesellschaft war sie das Gegen-teil von Marie. Während diese meist ruhig beobachtete, seltenund nur wenig sprach, erzählte und lachte Elfriede und plau-derte oft auch über andere. In der Berliner Arbeit war sieunentbehrlich, weil sie sich so gut auskannte und es gernunternahm, die Frauen für die Partei zurückzugewinnen.In Hamburg hatte Marie eine unangenehme Begegnung mitLuise Zietz , die in der Versammlung erschien und nach MariesRede das Wort nahm, um die Mehrheitspartei heftig anzugreifen.Ihre sozialdemokratischen Gegnerinnen verliessen darauf hinden Saal. Dies widersprach Maries Neigung, auch den Gegnervornehm zu behandeln, so sehr, daß es sie noch in ihren Erin-nerungen quälte.
Bei einer schlesischen Vortragsreise wäre Marie beinahe ver-haftet worden, weil eine Diskussionsrednerin in der Frauen-stimmrechtsfrage sich zu weit hervorgewagt hatte. Unter demherrschenden Belagerungszustand überwachten die militärischenKorpskommandanten die öffentliche Sicherheit und Ordnungund übten Presse- und Versammlungszensur aus. dem Frauen-stimmrecht waren sie nicht freundlich gesinnt, und Marie warin ihrer Rede vorsichtig gewesen. Aber die Frauen begehrtendamals mit solcher Energie und Leidenschaft das Frauenstimm-recht, daß keine Rednerin darauf verzichten konnte, dieseForderung zu erwähnen.
Im Juli 1917 berief der Parteivorstand einen Parteitag nachWürzburg ein. Zweieinhalb Jahre lang hatten die inneren