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entschieden sich, ihre Pläne zu verbinden, und sie mit Alice Salomon zu besprechen. Alice Salomon war bereit, einen Kurzkursusfür Kriegerwitwen und für Arbeiterinnen an ihrer Schule durchzu-führen. Das Reich unddie Gewerkschaften finanzierten den Kursusund den Lebensunterhalt der Schülerinnen. Die Gewerkschaftensuchten die Arbeiterinnen, Dorothea Hirschfeld und Marie Juchacz die Kriegerwitwen aus. Frau Hirschfeld war, wie sie immer berichtete,von dem Verständnis und der Objektivität, mit der Marie an die Aus-wahl heranging, beeindruckt. Sie verstand es auch, den Frauen dieAnforderungen des sozialen Berufes klar zu machen und, wenn nötig,ihnen in bestimmten Worten zu erklären, warum sie ungeeignet waren.Im Kuratorium des Lehrgangs saßen Dorothea Hirschfeld , Heinrich Schulz , ehemaliger Leiter des sozialdemokratischen Bildungsausschussesund nun Leiter der Schul- und Kulturabteilung des Reichsministeriumsdes Innern, Helene Weber , Mitglied der Zentrums partei in der National versammlung und Ministerialrätin für Fragen der sozialen Berufsaus-bildung im Preußischen Wohlfahrtsministerium, Alexander Knoll vomAllgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und je ein Vertreter derchristlichen und der liberalen Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften.
Da die Initiative zu dem Kursus von Marie Juchacz ausgegangen war,nahm das Kuratorium sie mit dem Zusatz" Sozialdemokratische Wohl-fahrtspflege" auf. Marie war zufrieden, daß es ihr gelungen war,den ersten Arbeiterinnenkursus zustande zu bringen. Auf die Dauerkonnte sie ohne Organisation, die auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflegeetwas leistete, auf die Mitgliedschaft in Kuratorium nicht rechnen.Sie wollte auch lieber selbst solche Kurse organisieren und außerdemdie ehrenamtlich in der Fürsorge tätigen sozialdemokratischen Kräftefort bilden, um ihre Leistungen zu verbessern und spezifisch sozial-demokratischen Einfluß auf die Arbeit auszuüben.
Bald tauchte ein Plan auf, der aus der Massennot geboren war.Ihn befürwortete hauptsächlich Hans Caspary, der in der NeuköllnerStadtverwaltung tätig war. Arbeiter sollten für Arbeiter sammelnund Stunden- oder Schichtlöhne für notleidende Arbeiter opfern.Damit würde der Wohltätigkeit der Stachel der Demütigung genommenwerden, den sie behielt, solange nur Reiche für Arme gaben. Marie