Akte 
Manuskript "Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt"
Entstehung
Keine Angabe
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Prinzip wurde übernommen und die Vereinsform vermieden. Im Haupt-ausschuß saßen Parteimitglieder, die in der Parteiorganisation er-fahren waren und die wohlfahrtspflegerische Arbeit der Partei kann-ten.

Damals schrieb Helene Simon in der" Sozialen Praxis":

" Der Hauptausschuß ist kein Zufallsprodukt, sondern derAusdruck gereifter Überlegung von der Bedeutung der Wohlfahrts-pflege und ihrer neuzeitlichen Gestaltung. Daß die ArbeiterschaftTheorie und Praxis derselben bis dahin wesentlich bürgerlichenKörperschaften überließ, lag zum Teil darin: sie war Gegnerinder überkommenen und bis zum Kriege beherrschenden Armenpflegeund Wohltätigkeit..... Erst die Revolution brachte den Um-schwung. Die Zeitforderung: Zusammenschluß zum Ausbau der Wohl-fahrtspflege als eines Gliedes in der Kette sozialistischer Auf-gaben erkannt zu haben, ist das Verdienst des Hauptausschussesfür Arbeiterwohlfahrt und der Leitung von Marie Juchacz ."

Friedrich Ebert schrieb ein Motto für die Arbeiterwohlfahrt:" Die Arbeiterwohlfahrt- das ist die Selbsthilfe der Arbeiterschaft."Das stimmte nicht ganz mit Maries Plänen überein, schließlich war jaauch die ganze Arbeiterbewegung Selbsthilfe der Arbeiterschaft. Abersie war ihrem alten Förderer sehr dankbar, denn mit diesem Wort gabder langjährige Parteivorsitzende und nun durch das Vertrauen desVolkes in das Amt des Reichspräsidenten Berufene, der Arbeiterwohlfahrtseine Anerkennung und damit eine glänzende Grundlage für ihre Selbst-behauptung gegen etwa von der Parteiseite her auftauchende Kritik ander Neugründung.

Dem Hauptausschuß stand Marie Juchacz vor. Mitglieder waren El­ friede Ryneck , MdN und ehrenamtliches Nitglied des Parteivorstandes,Friedrich Bartels, Kassierer des Parteivorstandes, Gertrud Hanna ,Frauensekretäțin des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ,Karl Schulz vom Verband der Krankenkassen, Generalkonsul Schlesinger,wegen seiner Verbindungen zur Auslandshilfe, Dr. Hans Caspary sowieHedwig Wachenheim , eines der wenigen langjährigen Mitglieder, dieeine soziale Ausbildung hatten. Nach der Vereinigung mit der Unab-hängigen Sozialdemokratischen Partei im Jahre 1922, traten noch der