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Manuskript "Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt"
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lediglich zu unterstützen, ohne ihn wieder erwerbsfähig zu machen undohne der Not vorzubeugen. Die Mitarbeit dieser so vielseitig erfahre-nen Sozialpolitikerin war ein grosser Gewinn für die Arbeiterwohlfahrt.Die Vorbesprechungen im Hauptausschuss führten zur ersten Reichs-konferenz der Arbeiterwohlfahrt am 15. September 1921 in Görlitz .Zweihundert Delegierte der Arbeiterwohlfahrt erschienen. Viele kamenauf eigene Kosten, da sie keine zahlungsfähige Organisation hinter sichhatten. Daneben kamen sozialdemokratische Bürgermeister, Landräte,Wohlfahrtsdezernenten und andere Sachverständige. Das Reichsarbeits-ministerium, die Provinz Schlesien , der Liegnitzer Regierungspräsidentund die Stadt Görlitz hatten Vertreter entsandt.

Helene Simon behandelte das Thema" Die Aufgaben und Ziele dermodernen Wohlfahrtspflege". Das erste Ziel müsst sein: Verhütung der********** Klassenarmut durch Bekämpfung der Ursachen der Armut, waszum grössten Teil nicht Spezialaufgabe der Wohlfahrtspflege, sondernAufgabe der allgemeinen Politik sei. Aufgabe der Wohlfahrtspolitik da-gegen sei es, die überkommenen armenrechtlichen und polizeilichen Maß-nahmen durch solche vorbeugender, heilender und versorgender Natur zuersetzen. An Stelle der Fragen nach Würdigkeit oder Unwürdigkeit, nachSchuld und Sühne, müsse die allein entscheidende Frage nach Heilbar-keit oder Unheilbarkeit treten. Der Heilbare sei zu heilen, der Unheil-bare zu versorgen. Die Strafe müsse Erziehungsmassnahme, die Sühneinnerer Läuterung@ prozess werden. Anstelle von Abschreckung, Kargheit,Erniedrigung müsse der Gedanke der Vorbeugung und der Hebung der Men-schenwürde treten. Inhalt der Wohlfahrtspflege sei also bestmöglicheArbeitsbefähigung aller arbeitsfähigen Personen und die Versorgung dernoch nicht arbeitsfähigen Jugend, der vorübergehend erwerbsunfähigenKranken und der nicht mehr erwerbsfähigen Invaliden. Zu unterscheidensei zwischen Versorgung, auf die allgemein ein gesetzlicher Anspruchgegeben werden muss, und der von der Eigenart des Falles bestimmten unddaher in Art und Maß individuell verschiedenen Fürsorge.

" Ein einheitliches System der Vorbeugung, Heilung und Versorgung",so fuhr Helene Simon fort," das die zur allgemeinen Gesundung undLeistungsfähigkeit erforderliche Lebenshaltung aller Volksgenossensichert, ist Wesenselement des Sozialismus, Voraussetzung der Produk-tionssteigerung und der angemessenen Güterverteilung. Die Wohlfahrts-pflege muss den Ausgleich( je nach Alter, Familienstand und behinderterLeistungsfähigkeit) zum Leistungslohn schaffen, der eine Forderung derProduktion und Gerechtigkeit ist. Die freie Wohlfahrtist alsPionier und in Ergänzung der Gesetzgebung und der mit der Durchführung

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