Akte 
Manuskript "Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt"
Entstehung
Keine Angabe
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" Warum sollten wir eine eigene Wohlfahrtswipflege einrichten?Sie würde die kommunale Arbeit unserer Genossen erheblich stören.Diese sind je nach ihrer Stärke in den einzelnen Orten in deröffentlichen Fürsorge tätig. Sie werden zu jeder Sitzung derWohlfahrtsämter, ganz gleich, ob sie sich mit Tuberkulosenfürsorge,Armenpflege, Mütter- und Säuglingspflege oder anderen Fragen besschäftigen, eingeladen. Wir dringen mit unseren Vorschlägen durch.Wir sind bisher gut gefahren ohne eigene Wohlfahrtspflege."

Aber schon im März 1920 wurde in Königsberg ein Ort ausschussder Arbeiterwohlfahrt gegründet und über ihn wie folgt berichtet:

tet:

" Bei der Hilfsaktion für Wien sahen bürgerliche Kreise mit offen-sichtlichem Staunen, zu welcher Opferwilligkeit das Proletariatbefähigt ist. Trotz eigener schwerer Not wurden in Königsberg drei Waggon Lebensmittel aufgebracht. Vorwiegend von der Arbei-terschaft.... Die Kinder mit ihren Liebespäckchen boten einenrührenden Anblick.... Die der Stadt aus der Amerikaspende zuge-wiesenen Lebensmittel sind bestimmungsgemäss den Ferienkindernzugute gekommen. Allerdings mussten wir unsere ganze Energie auf-wenden, damit es geschah. Wir hatten die Aufsicht über die Speisungdie für eintausend Kinder mit gutem Erfolg durchgeführt wurde."Aus einermittelgrossen Industriestadt Ostpreussens wurde berich-

" Die Vorsitzende der hiesigen Arbeiterwohlfahrt ist Stadtverordne-te und als solche Mitglied der Deputation des städtischen Wohl-fahrtsamtes, der Krankenhausdeputation, des Ortsausschusses fürAuslandshilfe, der Kreishebammenstelle und des Kriegsbeschädigten-beirates. Sie sitzt ausserdem im Kuratorium der Invalidenstiftungund des Bürgerrettungsfonds. Der Ortsausschuss der Arbeiterwohl-fahrt fürt eine Notspeisung durch, wirkt bei der Kinderheilver-schickung, der Aufnahme notleidender Kinder und Alter in Familienund bei Kinderferienwanderungen mit. Er hat eine eigene Sammlung,Nähs tuben und eine Hilfsstelle für Kinder und Bedürftige."

Der Bezirksausschuss Ostpreussens berichtet,

dass er" 18 Kinderschutzkommissionen, die Konder vor gewerblicherAusbeutung, Misshandlung sowie sittlicher und körperlicher Verwahr-losung schützen sollen, gegründet hat. Fälle, von denen die Kommis-sionen hören, werden untersucht und, wenn nötig, dem Jugendamtmitgeteilt. Fast alle Ortsausschüsse arbeiten im städtischen Vor-mundschaftswesen mit. Ihre Helfer übernehmen Pflegschaften. DieAusschüsse stellen Hilfspersonal für Säuglingsfürsorgestellenund sammeln Wäsche für hilfsbedürftige Wöchnerinnen. Fast jeder