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Manuskript "Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt"
Entstehung
Keine Angabe
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Arbeiterschaft und seiner nach Millionen zählenden Kinderscharhat ein kaum gekanntes soziales Elend körperlicher und seelischerAft über die fleissige Bevölkerung gebracht. Im unbesetzten Deutsch land und im Ausland sind Herzen darüber wach geworden, haben sichHände geregt, um zu helfen. Aber auch im Ruhrgebiet selbst sind inder Arbeiterschaft soziale Abwehrkräfte vorhanden gewesen und habensich zur Tat gesammelt. Unter dem Einfluss der Besatzungsnot sinddie Ortsausschüsse der Arbeiterwohlfahrt im Ruhrgebiet , wo esimmer eine gute Frauenbewegung gab, zahlreich und stark geworden.Charakteristisch scheint zu sein, dass eine enge Zusammenarbeitmit den Behörden besteht. Doch wäre es falsch, anzunehmen, dassdiese Zusammenarbeit von Anfang an selbstverständlich war. Wirhaben sie uns oft genug hart erkämpfen müssen.

Erschwert wurde die Arbeit in der Zeit des passiven Widerstandedurch die zahlreichen Ausweisungen und Verhaftungen durch die Mili-tärbesatzung, die einmal die einzelnen Ortsgruppen trafen, dannaber auch die Verbindung mit Dortmund empfindlich störten.

Eine ungeheure Arbeitslast entstand den beteiligten Stellenmit der Kinderverschickung. Wir versicherten zum Beispiel den Hol-ländern, dass die Kinder genug zum Anziehen hätten. Nachher stelltesich heraus, dass manche Kinder nichts weiter als einige zerrisse-ne Kleidungsstücke besassen, die sie auf dem Leibe trugen.

Gross war die Not nicht nur im besetzten Teil des Gebietes. Inden Randgebieten hatten wir mit Teuerung, Arbeitslosigkeit und an-deren sozialen Notständen zu kämpfen. Hinzukam, dass viele Ausge-wiesene dort ein elendes Leben fristen mussten.

Die amtlichen Stellen arbeiteten dort nur widerwillig mit derArbeiterwohlfahrt zusammen und bevorzugten offensichtlich die an-

deren Organisationen.

Kinderspeisungen wurden in allen grösseren Städten des west-fälischen Ruhrgebietes durchgeführt.

In Herne wurden Sozialdemokraten erst nach 1918 zu der amtli-chen Wohlfahrtspflege hinzugezogen. Sie haben sich glänzend bewährt1921 hat die Herner Arbeiterschaft die Sammlung für das notleiden-de Kind in grosszügiger Wetse organisiert und den Hauptteil auf-gebracht."

Marie Juchacz schliesst den Bericht:

" Wir glauben..., dass die Arbeiterwohlfahrt in den ihr gezogenenGrenzen dazu beiträgt, Kindern und jungen Menschen in ihrer Ent-wicklung zu helfen, reife Menschen in ihrem Existenzkampf zustützen, Alten und Invaliden wirtschaftliche Hilfe und etwas