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Manuskript "Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt"
Entstehung
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In einem Artikel in der" Arbeiterwohlfahrt", mit dem sie das Jahr 1927einleitete, blickte Marie Juchacz auf die Jahre 1925 und 1926 zurück.Wieder ist sie mit ihren Aufgaben gewachsen. Sie will jetzt, da diegroße Notzeit vorüber ist, nicht mehr alles hinnehmen, was unter demDruck der Nachkriegsjahre an örtlichen Aktivitäten geduldet werdenmußte. Sie will aber auch nicht anordnen und von oben eingreifen. Sietut, was dem Führer einer Organisation zukommt: Sie versucht zu über-zeugen, indem sie kritisiert, ermahnt und ermutigt. Die Ortsausschüssesollen, getreu den Grundsätzen der AW," die helfende, stützende und zu-führende Arbeit für die öffentliche Wohlfahrtspflege zum Hauptzweck derArbeit machen". Sie freut sich, daß die Zahl der AW- Helfer, die ehren-amtlich in der öffentlichen Fürsorge arbeiten, nach jedem Kurs, den einOrtsausschuẞ veranstaltet, zunimmt. Sie warnt vor der Einrichtung neuerErholungsheime, deren es genug gebe. Anstalten und Einrichtungen sollennur errichtet werden, wo die öffentliche Fürsorge Anstalten nicht errich-ten kann oder versäumt, dies zu tun, und die AW soll dann, wenn sieHeime errichtet, ihnen" einen unserer sozialistischen Wesensart gemäßenCharakter geben und sie wirtschaftlich auf gesunde Füße stellen". Sielobt dabei die Heilstätte der Berliner Arbeiterwohlfahrt, das AugustBebelheim in Koenigstein , Sächsische Schweiz , die Heimstätte für Frauenund Mädchen des Ortsausschusses Elberfeld , das Mütterheim der Arbeiter-wohlfahrt in Hirschberg in Schlesien und die Kindergärten und Horte mitbesonderen erzieherischen Tendenzen.

ibres.

In diesem Artikel grift Marie, wasMarie greift in dem Artikel auch an, obwohl Angreifen ihrer ruhigen wdevollen Natur im allgemeinen nicht lag, sie lehnt sich auf gegen denauVersuch die konfessionellen Verbände die Jugendwohlfahrtsarbeit der AW

auf die Kinder dissidentischer Eltern zu beschränken.

skellt Marie dagegen

Marie stellt auch in ihrem Artikel Mit Freuden fest, daß ein guter Zu-

sammenhalt zwischen den von der Arbeiterwohlfahrt materiell und ideellgeforderten sozialen Berufskräften besteht, ganz gleich, ob sie noch inder Ausbildung oder schon im Beruf sind. Dieser enge Zusammenhalt habesich besonders auf den Pfingsttreffen der sozialistischen Fürsorgerin-nen gezeigt. Das erste dieser Treffen fand 1925 in Piwitsheide bei Det­ mold statt, das zweite 1926 auf der Burg Hohenstein in Sachsen . DieFürsorgerinnentreffen, zu denen bald auch männliche Fürsorger kamen,wurden zur jährlichen Einrichtung. Man lebte ein paar Tage zusammenin einem Heim, diskutierte die aktuellen Wohlfahrts- und Berufsfragenund machte gemeinsame Ausflüge. Das alles verband die Teilnehmer mit-einander und mit den Ideen der Arbeiterwohlfahrt.

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