Akte 
Manuskript "Marie Juchacz und die Arbeiterwohlfahrt"
Entstehung
Keine Angabe
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Damals wurde der freiwillige Arbeitsdienst, die Selbstver-pflichtung junger Menschen, sich ein halbes Jahr in einer be-stimmten Arbeit zu betätigen, stark propagiert. Die Arbeiterwohl-fahrt lehnte ihn zunächst ab, weil die Gefahr, daß hier nichtzusätzliche, sondern lohndrückende Arbeit geleistet würde, großwar. Die wachsende Not der arbeitslosen Jugend und die Gefahr,daß antidemokratische Organisationen, wie Sthalhelm, HJ und SAsich der Jugend bemächtigten, führten zu einer Revision diesesHinzy Kamy olafs aus demStandpunkts, insbesonderey nachdem Reichshaushaltsmittel unterder Bedingung bereitgestellt wurden, daß die Arbeiten zusätzlichund gemeinnützig seimnußten. In

seinhubten.

Janachalgezeit haben die Orts-

und Kreisausschüsse der Arbeiterwahlfahrt an vielen Orten Maßnah-linen mendes freiwilligen Arbeitsdienstes durchgeführt. Der Haupteausschuß selbst führte zusammen mit der Hamburger Arbeiterwohlfahrt ein überaus gelungenes AD-Rrojekt auf dem Immenhdf"durch. Im ganzen aber war dem freiwilligen Arbeitsdienst wenigErfolg beschieden. Die Mittel des Reichs wurden jeweils nur für20 Wochen gegeben. Waren diese vorüber, so fing das alte Elenddes öden Herumsitzens wieder von vorne an. So entwurzelte dieJugendlichen immer mehr hd mehr Die Jugendlichen begannen auf.das große politische Erlebnis zu hoffen, das sie erlösen würde,Inzwischen verschäfte sich die Wirtschaftskrise.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Februar 1931 auf 5 Millionen;sie fiel dann vorübergehend, gegann aber schon Mitte des Jahreswieder zusteigen. Die Zahl der langfristigen Arbeitslosen, dieauf Fürsorgeunterstützung angewiesen waren, stieg auf über 1 Million im Juni 1931.

Die finanzielle Belastung der Städte stieg weiter an.

Um zu sparen, kürzten sie die Unterstützungen und verfuhrenstrenger bei der Anrechnung der Nebeneinnahmen. Sonderleistungenwie Kleidung, Kinderbetten, Krankennahrung und Krankenhausbe-handlung wurden seltener bewilligt. Die zusätzlichen, nicht aufGesetz beruhenden Leistungen bisher fortschrittlicher Kommunen,wie Schulgesundheits- und Schulzahnpflege, Kinderspeisungen,Kinderkrippen, Kindergärten, und-horte, Kindererholungsfürsorge,vorbeugende Maßnahmen zur Verhütung von Tuberkulose , Verkrüppe-lung und seelischer Verwahrlosung, wurden eingeschränkt oderganz aufgegeben. Selbst Alters- und Siechenheime wurdengverschiedentlich geschlossen. Die Qualität der sozialen Arbeitging weiter zurück durch die immer stärker werdende Überbürdung