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fahrt, die sich einst das Ziel gesetzt hatte, Pionierarbeit zuleisten und die öffentliche Wohlfahrtspflege durch ihre Schulungs-und wohlfahrtspolitische Arbeit zu demokratisieren, mußte sich im-mer mehr reinen Notmaßnahmen zuwenden. Alles, was die freie Wohl-fahrtspflege in jenen Jahren leistete, war lebenswichtig, vermochteaber nicht den Abbau der öffentlichen Fürsorge auszugleichen.
Bei den Landtagswahlen vom 24.April 1932 wurde die Regierungs-koalition von Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten, die diepreußische Regierung Otto Brauns getragen hatte, vernichtet; B eineNationalsozialisten.Mehrheit von Nazisy und Kommunisten zog in den Landtag ein. Im Reichwar es die Taktik der Sozialdemokratie, die Regierung Brüning amRuder zu halten, die bessere wirtschaftliche Zeiten/ eine geistigeund politische Erholung ermöglichen würden. Aber Reichspräsidentv. Hindenburg hatte weder den Willen noch die Energie zu einer sol-chen Politik.
Am 31. Mai 1932 trat der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt inBerlin zusammen, um gegen die Kürzung der Arbeitslosenunterstützungund der Invaliden- und Altersrenten zu protestieren. Wieder forderteder Hauptausschuß die Übernahme der Wohlfahrtserwerbslosenunterstüt-zung durch das Reich und ebenso die Sicherstellung der Gemeindefi-nanzen, um so die Leistungen der öffentlichen Fürsorge zu retten.
Am gleichen Tage, an dem der Hauptausschuß tagte, wurde Brüningdurch v. Hindenburg entlassen; v. Papen wurde Reichskanzler, ersetzte Neuwahlen auf den 31. Juli an. Brüning wollte, wenn auch seineSparmaßnahmen berechtigten Andaß zur Kritik boten, die soziale Ge-setzgebung und die Einrichtungen der Sozialpolitik und der sozialenFürsorge durch die Krise hindurch retten. v. Papen dagegen griff ineiner seiner ersten Reden den" Wohlfahrtsstaat" an.
Seitdem widmete die Zeitschrift" Arbeiterwohlfahrt" sich immermehr dem politischen Kampf. Sie wies nach, daß alles, was auf dem Ge-biet der Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege bisher erreicht wordenwar, durch die gegenwärtige Regierung und d en wachsenden Einflußder Nationalsozialisten gefährdet sei. Sie erklärte die politischenPläne der Nationalsozialisten aus ihren vernichtenden Worten überden Wohlfahrtsstaat.
Im übrigen ging die sachliche Arbeit der Arbeiterwohlfahrtweiter.
Die Fachkommission" Allgemeine Wohlfahrtspflege" hatte sich inmehreren Sitzungen mit Sparvorschlägen des Deutschen Städtetages be-schäftigt. Helene Simon schrieb in ihrem Bericht:" Die Ideale unse-rer Jugend rufen uns wieder mit frisch- fröhlichem Klang. Es geht