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aber ich sitze dabei an der elektrischen Wäschemangelmaschine undes ist wirklich nicht anstrengend. Solche jobs gibt es mehrere.Aber auf eins kommt es an: auf die Einstellung, die man dem Hostelgegenüber hat. Keine Dankbarkeit zur Schau tragen, nicht devot sein,sondern alles als selbstverständlich hinnehmen, das ist das Richti-ge. Wie man aber in geradezu rührender Weise sich in die Schwierig-keit der foreigners hineinfühlt, Schwierigkeiten, in die jeder ver-setzt wird, wenn er in dieses große und fremde Land kommt, muß unsdoch veranlassen, das alles innerlich ohne es groß auszusprechendankbar anzuerkennen. Dabei können natürlich auf Seite des Gastge-bers Irrtümer vorkommen, sie kennen uns ja auch nicht. Aber auf dieGenerallinie kommt es an."
Allmählich wurde Marie, die der an Jahren älteste Gast in Scatter-good war, auch der am längsten anwesende. Das bestimmte sie, ihreAbreise für den Herbst 1942 vorzubereiten. Sie wollte nach New York ,wo Emil Kirschmann lebte, und sie viele Freunde aus der deutschen Hei-mat hatte. Es war eine Reise ins Ungewisse. Was sie dort anfangenwürde, wußte sie nicht.
Die Abschiedsworte, die man ihr in Scattergood widmete, zeigen,wie sehr man dort die Frau respektierte, die ihren alten Grundsätzentreu blieb und oft von ihnen sprach und die dennoch sich ohne Pochenauf Ihr Alter und ihre Vergangenheit in die Hausordnung einfügte undmit Eifer aufnahm, was das Heim bot: die fremde Sprache sprechen, dieGebräuche des neuen Landes kennen zu lernen. Scattergoot hat Mariewohlgetan. Sie hatte so viel Englisch gelernt, daß sie sich in Amerika frei bewegen und Amerikanern verständlich machen konnte und, was eben-so viel bedeutete: Sie hatte verstehen und ertragen gelernt, daß mansie in Amerika bei aller Achtung vor ihrem Wesen und ihrer früherenLeistung nach ihrem Wert für Amerika einschätzte. Als Hedwig Wachen heim sie in New York wiedersah, fand sie Marie energischer und beweg-licher geworden, als sie sie gekannt hatte.
Marie kehrte zu Emil Kirschmann zurück, als sie nach New York ging. Die beiden betrachteten sich in ihrer Emigration, wie sie daszuvor in Deutschland getan, als Mitglieder einer kleinen, eng zusam-mengehörigen Familie. Emil arbeitete als Fabrikarbeiter. Da er niezuvor in solcher Arbeit gewesen und schon über 50 Jahre alt war, alser damit anfing, konnte er nicht mehr so viel verdienen wie andereArbeiter in Amerika . Er konnte Marie nur ein bescheidenes, aber ebendoch ein Heim bieten.
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