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der Wirkung, die ihre Persönlichkeit und Vergangenheit ausübte, gehörteeine Ansprache über die Hilfe für die deutsche Arbeiterschaft vor dem4. Nationalen Sängerfest des" Deutschen Arbeitersängerbundes" inChicago Ende 1947. Ihre Rede wurde als Flugblatt den Ortsgruppen derDeutschen Vereine in den Vereinigten Staaten zugesandt.
Weihnachten drängte Ida Wolff , die Leiterin der Berliner Arbeiter-wohlfahrt, Marie solle nach Deutschland kommen und ihren Einfluß gel-tend machen. Sie sprach von den alten Freunden, von Louise Schroeder ,mit der Marie schon Briefe wechselte, Elfriede Ryneck , Paul Löbe .
Marie antwortete:
" Mich zieht es in die alte Heimat zurück, gerade weil es nicht sogut geht drüben. Und weil ich dieses Gefühl nicht verstecke, sondernruhig und vertrauensvoll zeige, solltet Ihr nicht drängen. Sobald esmöglich ist, werde ich kommen."
Und im Februar 1948 schreibt sie in einem persönlichen Brief anLotte Lemke über die wachsenden Sendungen von New York :
" Ich kann aus vielerlei Gründen nicht politisch redend durchDeutschland ziehen. Ich bin auch der Meinung, daß selbst dann, wenn mirmeine innere Entwicklung das nicht verbieten würde, ich meine Kräftefür andere Aufgaben zu verbrauchen habe. Man darf sich mit 69 Jahrennicht mehr zersplittern, es gibt nur das eine oder das andere
Ich werde mich darauf beschränken, sachlich zu arbeiten und Erfahrungendabei zu sammeln. Wie es hier weitergehen soll, wenn ich nicht mehr hierbin, sehe ich noch immer nicht. Es wird so sein, als ob der Motor auseinem Wagen herausgenommen wird."
Und dann endlich am 6. September, nachdem es sich gezeigt hatte,daß die deutsche Währungsreform gelungen war und die New Yorker Arbeitallmählich eingestellt werden konnte:" Meine Reiseangelegenheit schwebt."Sie wollte nicht auf Besuch gehen, sondern endgültig umsiedeln.
Am 31. Oktober hieß es:" Als Tag meiner Abfahrt habe ich den
6. Januar festgelegt."
Bald darauf schrieb Emil Kirschmann , der in der New Yorker Sommer-hitze einen schweren Rückfall in seine Krankheit erlitten hatte, seinemBruder in Oberstein , daß er und Käthy Fey, die er inzwischen geheiratethatte, im April nachfolgen würden.
Die Arbeiterwohlfahrt New York verabschiedete sich von ihrer Prä-sidentin in einer großen Feier. Die deutschsprachigen Arbeiterorgani-sationen