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konzentrieren, und das muß man, wenn man hier arbeiten will."Marie erwiderte:" In einem stimme ich mit Dir überein: Vieles hier istanders geworden. Manches ist für uns schwer verständlich. Dennoch binich glücklich hier. Ich bin von Liebe umgeben. Zu neuen Zielen führenkönnte ich ohnehin nicht mehr. Dazu fehlen mir die körperlichen Kräfte.Was ich noch tun kann ist, die dauernden Gedanken und Werte unsererBewegung, an denen wir beide nicht zweifeln, zu zeigen. So bin ich nochnützlich. Auch ich habe dareußen viel gelernt und aufgenommen, aber diedeutsche Arbeiterbewegung und die Arbeiterwohlfahrt sind immer der Mit-telpunkt meiner Interessen und meiner Zuneigung geblieben; soweit ichnoch Kräfte habe, gehören sie ihnen."
Am 1. November 1953 nahm sie an der Reichskonferenz der Arbeiterwohl-fahrt in Berlin teil. Dort bezeichnete sie die Tätigkeit der Arbeiter-wohlfahrt als Teilgebiet und meinte damit, als Teil im Rahmen des ge-samten öffentlichen Lebens. Es war derselbe Gedanke, den sie in Solin gen geäußert hatte, als sie sagte, die Arbeiterwohlfahrt solle einGlied der Arbeiterbewegung bleiben. Frage und Antwort auf das" Wie"der Eingliederung legte sie in ihrer Berliner Rede den Mitarbeitern derArbeiterwohlfahrt in den Mund:" Ich weiß, daß unsere Mitarbeiter sagen:Ja, wie sollen wir denn nun innerhalb der großen Arbeiterbewegung zugleicher Zeit als Wohlfahrtsorganisation unserer Arbeit einen höherenGehalt geben?" Die Antwort war:" Wie können wir denn arbeitenohnedaß wir die Menschen damit erfüllen, daß sie in dieser besonderen ArbeitSozialismus, sozialistische Gedanken und Fühlen hineintragen sollen?"
Eine Woche später wurde sie von einem Motorradfahrer auf der Straßeangefahren. Als sie im Krankenhaus lag, um eine Verstauchung auszuhei-len, bekam sie eine Lungen- und Rippenfellentzündung und dann noch eineNierenentzündung." Ich hatte mich schon aufgegeben, man hat mich aberdoch durchgebracht", schrieb sie an Martha Eva Parker aus Winterberg ,dem Erholungsheim im Sauerland , in dem Minna Sattler, die Vorsitzendeder Arbeiterwohlfahrt des Bezirkes Westliches Westfalen, ihr eine stetsbereite, liebevoll gestaltete Zuflucht in gesunden und kranken Tagenoffen hielt.
Während ihrer Krankenhauszeit machte ihr Sohn Paul seinem Leben einEnde. Man verschwieg es ihr, um sie zu schonen. Umso schwerer war derSchock, als sie es in Winterberg erfuhr. Sie war verzweifelt, weinteund haderte mit dem Schicksal. Schwer nur fand sie zu ihrer ruhigen undbeherrschten Haltung zurück. Ihre Briefe aus jener Zeit- auch der anMartha Eva Parker, der kurz nach Empfang der Nachricht geschrieben war-erwähnen Paul nicht. Das zeigt, wie tief sie verwundet war.
Zwei Monate später feierte sie ihren fünfundsiebzigsten Geburtstagin Bonn . Lotte Lemke lud Lotte Juchacz und Maries beste Freunde