Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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ARBEITERWOHLFAHRT

HAUPTAUSSCHUSS E. V.

AP

Herrn Fritzmichael Roehl

_ BONN , den 15. August 1957

DOTTENDORFER STRASSE 168 RUF 231 84-87

München 15

Schubertstr. 4

Le/ Kr.

USTI ne

Akt.- Zch.:

Bitte bei Rückantwort anzugeben

Lieber Fritz Roehl!

Bevor Sie in Hannover eintrafen, hatte ich ein Gespräch mit demGenossen Schnidt- Küster, der, wie ich aus langer Erfahrung weiß, einsehr hartnäckiger Herr ist, der vor allen Dingen rechnet. Als ichmerkte, daß er sehr schwer zu einer laufenden Zahlung zu bewegen war,habe ich ihm gesagt, daß wir, weil wir an dem Herauskommen des Bu-ches interessiert seien, eintreten würden. Bitte, schreiben Sie uns,ob ein Betrag von 200,- DM monatlich für 6- 7 Monate es Ihnen er-leichtern wird, die Arbeit durchzuführen. Ich weise. heute unsereKasse vorsorglich an, 200,-- DM an Sie abzuschicken.

Wie ich Ihnen schon sagte, lieber Fritz Roehl, gehe ich ab morgenfür 14 Tage in Urlaub%; B ich bitte Sie deshalb, mir zu erlauben, michheute ganz kurz zu fassen. Am 1. September bin ich wieder in Bonn ,muß aber am 2. bereits nach Stuttgart fahren.

Wenn Sie den Rundschreibenentwurf hierherschicken, wird meine Sekre-tärin, Frau Kreuzler, dafür sorgen, daß er abgezogen und versandtwird. Wenn Sie noch vor dem September nach Berlin fahren müssen, soerkläre ich jetzt schon unsere Bereitschaft, die Kosten für die Reisezu übernehmen. Geben Sie mir wohl, wenn ich aus dem Urlaub zurück bin,eine Erklärung, daß wir die Beträge, mit denen wir in Vorlage treten,

von Ihrem Honorar werden einbehalten dürfen?

Die Angelegenheit der Altersheimunterbringung von Frau Neppert in-teressiert mich sehr. Hat es sich wirklich so zugetragen, daß diealten Menschen ungefragt in ein anderes Heim" verfrachtet" wurden?Darüber würde ich gern ganz konkrete Angaben haben; das schlägt al-lem ins Gesicht, was wir von Altenpflege denken und fordern. Selbst-verständlich bin ich gern bereit, wenn eine Verlegung notwendig wer-den sollte, zu raten und zu helfen. Aber bitte klären Sie, wie dieseVerlegung von Wiesenthau vor sich gegangen ist; B ich weiß nicht, obSie verstehen, wie mich ein solcher Vorgang empört. Ich hoffe immer

Bank: v. Schulz, Tegtmeyer& Co., Bonn , Hofgartenstraße 9, Konto- Nr. 112

Postscheck: Köln , Konto- Nr. 130 61

b.w.