Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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Frau

Lina Ege- RöschLohengrinplatz 1München

27

26. August 1957.

Sehr verehrte, liebe Genossin Ege- Rösch,

über Ihren Brief habe ich mich sehr gefreut. Um gleich etwasrichtig zu stellen: Elisabeth Kirschmann- Roehl war meine Mut-ter, demnach war Marie Juchacz meine Tante. Die Kinder von Ma-rie( ich яække nannte sie" grosse Mutti", und meine Mutter" klei-ne Mutti") und ich lebten im gemeinsamen Haushalt. Als meine Mut-ter Lisbeth Kirschmann- Roehl 1930 starb, war Marie J. wieder meineErsatzmutter, aber nur kurze Zeit. 1933 emigrierte sie mit meinemStiefvater, Emil Kirschmann , erst ins Saargebiet, dann nach Frank­ reich , und erst 1940 nach Amerika . Emil Kirschmann , mein Stiefva-ter, ist vor drei Jahren drüben gestorben.

Da ich ja auch in München lebe, allerdings sehr viel unterwegs bin,was mein Beruf als Journalist, Schriftsteller und Fotograf mit sichbringt, wird es wohl das Beste sein, wenn ich mich einmal bei Ihnendirekt melde, um in einer mündlichen Unterhaltung vielleicht dochnoch Anregungen zu erhalten, die ich für die Biographie über Marie Juchacz brauche.

Im Augenblick bin ich gerade wieder einmal unterwegs, komme aber An-fang September zurück, fahre am 6.9. aber wieder nach Mailand , vonwo ich am 12.9. zurück bin. Ich werde mich nun entweder zwischen de2. und 5. September, bestimmt aber nach dem 12. September melden,denn ab Oktober sitze ich intensiv über der Biographie in München .Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen, und bin mit herzlichemGruss, Ihr sehr er-gebener