Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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Paul Mahlberg , Architekt, Düsseldorf Karl Meurer, Architekt, Lahr / Baden Eduard Meyer , Architekt BDA , Mülheim / RuhrHanns Mühlfeld, Architekt BDA , Lippstadt Arthur Müller, Architekt BDA , Stuttgart Ferdinand Mündel, Architekt BDA , Mannheim Hans Nalbach, Architekt BDA, KölnIrvin M. Nettwall, Architekt, München Paul Olzem, Architekt BDA , Krefeld

Fridolin Oser, Hochbauingenieur , Mülheim / RuhrErnst Panzer, Architekt, Köln

Lotte Pfau, Innenarchitektin, Düsseldorf Reinhold Prell, Baudirektor i. R., Nürnberg Ernst Raschauer, Architekt, Baden- Baden

Carl Reinhards, Architekt, Köln

Fritz Renner, Gartenarchitekt, Bayreuth

Wolfgang Ring, Architekt, Berlin

Dipl.- Ing. Josef Ringel, Architekt, Düsseldorf

Dipl.- Ing. Arnold I. Röseler, freier Architekt, Stuttgart

Willy Rottmann, Architekt BDA , Kassel

A. Sator, Architekt BDA , Mannheim

Schilling, Architekt, Rottenburg / Neckar Dipl.- Ing. Felicitas Schilling, Architektin, Köln Hans Schilling , Architekt BDA, Köln

Dipl.- Ing. Hermann Schlepper, Architekt BDA , Mün­ ster / Westf.

Hermann Schneider, Architekt, Kandel / Pfalz Werner Schürmann , Architekt BDA , Sürth / Köln Wilhelm Schweinfurth, Architekt BDA , Heidelberg Dipl.- Ing. Joachim Sommer, Architekt BDA , MelsungenReinhardt Wasser, Architekt, Gelsenkirchen Heinrich Webler , Architekt BDA , Neustadt/ Weinstr.Georg Weilhausen, Architekt BDA , Hamburg Klaus C. A. Westphalen, cand. arch., Köln Stefan Wewerka , Architekt BDA, Köln Konrad Windisch , Architekt BDA , Lauf/ Pegn.Georg A. Wunschel, Architekt BDA , Fürth

Dipl.- Ing. Heinrich Wurm, Architekt BDA , Ravensburg

Um unserem Anliegen, von dem wir glauben, daß es auch das Ihre ist, noch größeren Nachdruck zu verleihen, bitten wir Sie,falls Sie noch nicht unterzeichnet haben, die Petition, mit Ihrer Unterschrift versehen, an unsere Adresse, Dr. F. P. Schnei-der, Würzburg , Seinsheimstraße 13, zurückzusenden.

Unterschrift

genaue Anschrift

Berufsbezeichnung

Erklärung in eigener Sache

Den Freunden des, Fränkischen Kreises" dürfte bekannt sein,daß ich neben anderen unabhängigen Persönlichkeiten alsMitglied des Vorbereitenden Internationalen Komitees derVI. Weltfestspiele", die vom 28. Juli bis 11. August in Moskau stattfinden, an der Zusammenstellung einer Reisegruppe von1300 Jugendlichen aus der Bundesrepublik mitwirkte. DieseTätigkeit stand in keiner organisatorischen oder sonstigenVerbindung mit dem Fränkischen Kreis". Der RheinischeMerkur", der mit seinem Artikel Die geprellten Intouristen"( Nr. 28/12. Jhrg. vom 12. 7. 1957) die Kampagne gegen dieMoskauer Weltfestspiele einleitete, unterstellt völlig wahr-heitswidrig einen Zusammenhang zwischen den Mitgliederndes Internationalen Komitees und dem Fränkischen Kreis".Der Fränkische Kreis" ist auch nicht erst ,, bei dieser Ge-legenheit" ,, ans Tageslicht" gekommen.

Ich bin allerdings der Ueberzeugung, daß meine Tätigkeit alsSekretär des Fränkischen Kreises" und die davon reinlichgetrennte Mitwirkung im Internationalen Komitee sachlich inkeinem Gegensatz stehen. Der Fränkische Kreis" bekenntsich zum Gedanken der Koexistenz, d. h. zur Einsicht, daßdie Weltgegensätze nicht durch Krieg überwunden werdenkönnen. Er wendet sich entschieden gegen die einseitige West-orientierung der bisherigen Außenpolitik und er setzt sichim Interesse der deutschen Wiedervereinigung für gute Be-ziehungen sowohl zu den USA als auch zu der UdSSR ein.Was ist aber das Festival anderes als ein Beitrag zur inter-nationalen Entspannung und eine symbolische Vorwegnahmeder Möglichkeiten, die in dem entwicklungsfähigen Begriffder Koexistenz liegen!?

Der Fränkische Kreis" vereinigt in sich Persönlichkeiten derverschiedensten politischen, religiösen und weltanschaulichenStandorte. Es würde dem Geist der Toleranz, der die Zu-sammenarbeit im Fränkischen Kreis" beherrscht, wider-sprechen, von jedem unserer Freunde zu verlangen, daß ersich mit den außerhalb des Fränkischen Kreises" verfolgtenpolitischen Bestrebungen einzelner Mitglieder identifiziert.Es muß aber auch erwartet werden, daß diese Bestrebungen

nicht im Widerspruch stehen zu den programmatischen Er-klärungen des Fränkischen Kreises".

Da der Herr Oberbundesanwalt gegen mich ein Ermittlungs-verfahren eingeleitet hat, halte ich es für notwendig, festzu-stellen, daß dieser Schritt auf falschen Voraussetzungen be-ruht. Im einzelnen bemerke ich:

1. Die unterstellte Unterstützung einer illegalen Tätig-keit der verbotenen FDJ durch meine Mitwirkungim Internationalen Komitee ist eine absurde Kon-struktion. Ich habe bis zum heutigen Tage keinerleiBeziehungen zur FDJ unterhalten.

2. Die Weltfestspiele in Moskau werden nicht vom,, Weltbund der Demokratischen Jugend ", sondern aus-schließlich vom Internationalen Komitee veranstaltet,dem 126 Delegierte aus über 50 Ländern angehören.Der Weltbund" ist im Komitee nur mit drei Mitglie-dern vertreten.

3. Die Mitglieder des Internationalen Komitees aus derBundesrepublik waren in der Auswahl der Teilneh-mer völlig frei. Es wurde eine Reisegruppe zusam-mengestellt, die einen repräsentativen Querschnittdurch die berufliche, soziale, politische, religiöse undweltanschauliche Gliederung der Bundesrepublik dar-

stellt.

4. Die Weltfestspiele können ihrer Natur nach wedereine kommunistische" noch auch eine anti- kom-munistische" Veranstaltung sein, wenn sie sich nichtselbst aufheben wollen. Nur im Sinne der notwen-digen Polarität wurde die Idee des Festivals in derBundesrepublik besonders von Hermann Hesse , Tho­ mas Mann und Dr. h. c. Hugo Eckener wärmstens be-fürwortet.

Würzburg , den 22. Juli 1957Seinsheimstr. 13

Prof. Dr. Franz Paul Schneider