Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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Herrn Rosenbach

Verlag nach J.H.W.Dietz GmbHOdeonstrasse 12Hannover

8. Juni 1957.

Sehr geehrter Herr Rosenbach,

vielen Dank für Ihre beiden Karten. Mit der ersten schriebenSie mir, dass Frau Lotte Lemke mit Ihren Vorschlägen einver-standen ist. Haben Sie ihr Dinge vorgeschlagen, die über un-seren Vertrag hinausgehen? Wenn ja, hätten mich Einzelheiten.interessiert. Bei unserer mündlichen Unterhaltung schnitt ichDetails an, die im Vertrag nicht enthalten sind, so z.B. dieFinanzierung der ganzen Vorbereitungsarbeit, die nach IhrerMeinung zu meinen Lasten gehen muss. Diese Vorbereitungsarbeitist aber wichtig, und ihr Umfang bestimmt auch den Reichtumdes Unterlagenmaterials. Ich werde mich deshalb an Lotte Lem­ ke wenden, die mir vor einigen Monaten in Bonn sagte, dass derHauptausschuss selbstverständlich in irgend einer Form Hilfe-stellung leisten wird. Die Art dieser Hilfe werde ich mit Lotte Lemke klären. Sie erhält Kopie dieses Briefes. Eine zweite Fahrtnach Bonn wird sich nicht vermeiden lassen.

Mit Ihrer zweiten Karte fragen Sie an, wie weit ich mit meinenVorarbeiten bin. Ich habe das gesamte Material chronologisch ge-ordnet und dabei festgestellt, wo Lücken sind, die geschlossenwerden müssen. Über diese Material ordnung werde ich eine Aufstel-lung machen, von der Sie eine Kopie erhalten.

Ich mache gerade- auf dem weg nach Berlin - in Naila bei Hof inOberfranken Station. In Berlin werde ich mit Dr. Hans Hirschfeld zusammensitzen. Er ist- ausser Käthe Kirschmann- wichtigster In-formator über die Amerikazeit von Marie Juchacz . Luise Schröder,die zum Leben von M.J. gehörte, ist leider gestorben. Vielleichtgelingt es mir doch, in ihrem Nachlass Unterlagen zu finden, diebestimmt vorhanden sind. Des weiteren will ich versuchen, in Berlin weitere Menschen zu sprechen, die wichtig sind, wie z. B. Paul Lö­ be , Hertha Gotthelf usw. In diesen Komplex des Material- Zusammen-tragens möchte ich gerne Lotte Lemke und die AW einschalten. VonBonn aus läuft das als Routine- Arbeit, von mir in München aus wür-de das sehr viel Zeit und Mühe kosten.

In welcher Form die Biographie zu halten ist, besprachen wir ja inMünchen . Grundsätzlich möchte ich Dokumente- Briefe, Berichte usw.zu Wort kommen lassen, die mit durch meine Texte zu einem Ganzenzusammengefasst werden, wobei ich ausschliesslich Tatsachen verar-beite. Diese Tatsachen muss ich aus der Parteiliteratur und aus an-deren politischen Schriften herausklauben. Auch dafür muss ich dieAW um Unterstützung bitten.