Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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klärte, der dreiköpfigen Familie Gohlke in einem seiner Häuser auf deranderen Seite der Warthe eine Dachwohnung zu vermieten. Er konnte ja diedrei Menschen, die mit wenigem Hausrat aus Heinersdorf zugewandert waren,nicht obdachlos auf der Strasse sehen lassen. Ausserdem sollte es ja nurein Übergangszustand sein. Dass er fast 15 Jahre dauern sollte, ahnte we-der Vater Gohlke noch Fischhändler Höhne.

( musste er kredite aufnehmen. Sebesass

es

Im ausgebauten unteren Hauptteil des Hauses wohnten die Familie Kuhn undder Viehhändler Blobelt, von dem Theodor Gohlke schon wenige Tage nach sei-nem Einzug den Auftrag erhielt, eine Viehrampe zu bauen. Warum sich alsonach einer Stelle als Zimmerpolier umsehen? Das hier war der Anfang zurSelbständigkeit. Um hinter dem Haus einen Arbeits- und Holzschuppen zubauen und eine Werkstatt einzurichten, war Kapital notwendig. Day er nichtwuchsen die Schulden, die mit der inzwischen fertiggeworde-nen Viehrampe nicht abgedeckt werden konnten, denn inzwischen waren neueund eilige Aufträge hereingekommen. Vater Gohlke konnte mit diesen Arbei-ten alleine nicht fertig werden. Um die Aufträge nicht an die Konkurrenzabgeben zu müssen, wurden zwei Gesellen vom Lande verpflichtet, die natür-lich mit entsprechenden Werkzeugen und Geräten ausgerüstet sein mussten.Das zum Bauen notwendige Holz gab es nur gegen Barzahlung. Trotz grosserBemühungen gelang es ihm nicht, einen einmaligen grösseren Kredit zu be-kommen. Mit den kleinen Darlehen konnte er bestenfalls die Anschaffungenbezahlen. Der grösste Teil der Gewinne gingяx als Rückzahlungxx der Dar-lehen wieder aus dem Haus. Inzwischen hatte es im Hause Gohlke auch Fami-lienzuwachs gegeben, Minna War am Ende des zweiten Landsberger Jahres zurWelt gekommen, ein zartes Mädchen, das von seiner Geburt an auf Pflege an-gewiesen war. Mutter Gohlke hätte es in dieser Zeit lieber gesehen, wennihr Mann die ganze Selbständigkeit an den Nagel gehängt und sich bei ei-nem Bauunternehmer als Zimmerpolier verdingt hätte, aber sie machte ihmkeine Vorwürfe, sondern packte mit der ihr eigenen stillen Entschlossen-heit zu, wo es nötig war. Als das Geld einige Male allzu knapp wurde,schlich sie sich aus dem Hause, um auf den Äckern des MühlenbesitzersBraun bei der Landarbeit mitzuhelfen. Das muss, neben der gründlichen Ar-beit im Haushalt, die sie nicht vernachlässigte, ihre Kräfte über Gebührbeansprucht haben, umsomehr, als sich and in Jahr nach Minnas Geburtdas dritte Kind anmeldete. Es kam zur Welt, als Vater Gohlke gerade beimBauern Trasche am Stadtrand von Landsberg mit dem******* киид Anbau****an einem Viehstall fertiggeworden war und sich anschickte, zu den Gutsbe-sitzern Böhnisch und Eschner zu gehen, um die Erweiterungs- und Neubautenfür Wohnhaus, Stallungen und Scheune perfekt zu machen. Was tun? Die Fa-milie konnte er nicht im Stich lassen. Jemanden vom Lande verpflichten,der das Haus versorgte? Da bekam man ja doch nur halbwüchsige Mädchen, aufdie man selbst noch aufpassen musste. Vielleicht hätten die beiden grösse-