Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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such( unter Hofprediger Stöcker) zur Sammlung der Arbeiter unter christ-lich- antisemitischer Flagge. Seitdem antisemitische Tendenzen bei denRechtsparteien. Unterstützt die Heeresforderungen und die Kolonialpoli-

tik.

2. Zentrum. Sprachrohre" Germania " und" Kölnische Volkszeitung". Er-ster Parteiführer: Windthorst. Ist gegen Jesuiten - und Sozialisten-gesetz, befürwortet Zolltarife und Sozialpolitik, lehnt Kolonial-,Heeres- und Flottenvorlagen bis Ende der 90er Jahre ab. Stärkste Po-sition in Bayern .

3. Nationalliberale Partei . Sprachrohr:" Kölnische Zeitung ". Erste Par-teiführer: Lasker und v. Bennigsen. Ist, nach der Reichsgründung, dieeigentliche Reichspartei und Bismarcks Stütze, und vertritt die Schwerindustrie und den Grosshandel.

4. Liberale Partei. ( Fortschrittspartei, mehrfach gespalten, 1884 Frei­ sinnige Volkspartei , 1910 Fortschrittliche Volkspartei ). Wortführer:Eugen Richter , Theodor Barth , Friedrich Naumann . Ursprünglich gegenZoll-, Flotte n- und Kolonialpolitik, dann Aufgeben des Widerstandes.5. Sozialdemokratie. Sprachrohr:" Vorwärts ". Wortführer: August Bebel ,Wilhelm Liebknecht , Vollmer, Singer. Theoretiker: Karl Kautsky , Hi-storiker: Franz Mehring . Wissenschaftliche Wochenschrift:" Neue Zeit".Vertreter der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischenInteressen des Proletariats. Kämpfen gegen jede Art indirekter Steu-ern, gegen Militarismus und Kolonialpolitik, für wirksame Sozialpoli-tik, für Erweiterung der Volksrechte und Ausbau der Reichskompetenzengegenüber den Einzelstaaten. Prinzipielle Ablehnung des Budgets. Ziel:die politische Macht des Proletariats zur Durchführung des Sozialis-mus. Mittel und Wege: der auf internationaler Grundlage geführte Klas-senkampf. Ständiges Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen undMandate im Reichstag, in den Landtagen und Kommunen.

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De Gesamtbild dieser Zeit von 1870 bis 1900 na- nicht- velintändig sein,gehören noch die grossen industriellen, auf der technischen Entwicklung be-ruhenden Konzeptionen, beginnend mit einer gross angelegten Waffenfabri-kation, die eine Spezialisierung in Bezug auf Werkzeug- und Maschinenbaumit sich bringt, die Nutzbarmachung der Wasserkraft su durch Dampf-maschinen und Kesselhäuser, dxxxxxxxx was zur Steigerung der Kohlenför-derung und, parallel zur Kartellentwicklung, zur Bildung von Kohlesyndika-ten führt. Dann die danindung von Schiffahrtsgesellschaften( Norddeutscher Lloyd und Hapag), die zu Beginn über ein Kapital von 417 Millionen Markverfügen und sich dem Morgan- Trust in Amerika angeschlossen haben, wassich auch auf die deutsche Handelspolitik auswirkt. Ein Beispiel- parspro totokennzeichnet die Entwicklung:

Gründung

Die Firma August Thyssen A.G. besitzt im Jahre 1903 bereits doppelt soviele Kohlenfelder und-gruben wie der preussische Staat, ferner einegrosse Zahl von Eisenhütten und Stahlwerken. Durch die Verbindung mit demHaus Später& Co, das die grössten Eisenhütten in Lothringen und Luxem­ burg besitzt, und mit dem Aufsichtsratsmitglied der mittelrheinischen