Akte 
Manuskript "Leben und Arbeit"
Entstehung
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Umgang mit drei Kindern von zwei bis fünf Jahren nicht zutraute, dassdas Ehepaar vom Gasthof in der Friedrichstadt gemeint habe, dass ein sojunges und nettes, gutgewachsenes Mädel für ein Haus, in dem ständig Män-ner übernachten, die zwischendurch Zerstreuung suchten(" Was ist das, Va-ter' Zerstreuung'?"), völlig ungeeignet sei und dass man da keine Ver-antwortung übernehmen könne(" Verantwortung übernehmen! Als ob ich dasnicht selbst kann!"), und dass die Familie Lehmann sie sofort als Hausmäd-chen haben wollte, dass sie aber noch Bescheid geben wolle, weil sie erstmit ihren Eltern sprechen müsse.

" Und warum musst Du da erst mit uns sprechen?"

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" Erstens war es in der Wohnung sehr schmutzig, überall lag so Krimskramsherum, in einen grossen Zimmer hingen Fahnen an den Wänden, zweitens hatx die Frau mich mit einem komischen Satz begrüsst, so wie' Ach, welchentzückendes deutsches Mädchen', und dann hing der Kaiser Wilhelm an derWand, direkt in der Diele, auf der Kommode davor stand ein grosser Blu-menstrauss, und der alte Lehmann sagte mir gleich, das sei eine Ehrungfür den Kaiser, der einen HandelAvertrag mit Russland abgeschlossen hat,der unsere Vormachtstellung- wie sagte er noch, ach ja' untermauert'.So'n Quatsch."

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" Und was willst Du nun machen?"

" Nach dem Essen gehe ich noch einmal los, ich habe noch ein paar Adres-sen."

" Ich glaube, da gehe ich am besten mit." So sagte Vater Gohlke, und nachdem Essen machten sich Vater und Tochter auf den Weg. Bei der erstenAdresse klappte es nicht, aber sie erhielten den Rat, nebenanin der Holzhandlung von Siegfried B. nachzufragen, der suche ein Mädchenfür seinen Haushalt und sei ein Mann, bei dem man es aushalten könne.

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Siegfried B. machte auf Vater Gohlke einen guten Eindruck, die bei-den Männer wurden sich schnell einig über Essen und Entlohnung, Dauer derArbeitszeit, freie Stunden am Tage und gelegentlich zwischendurch auch maleinen ganzen oder zumindest halben Tag, um auch mal tagsüber ein paarStunden zu Hause sein zu können," Sie wissen, Herr B., allzu viel hat manja nicht mehr von seinen Töchtern in dem Alter", und es wurde verabredet,dass Marie schon am nächsten Morgen mit der Arbeit anfangen könne. Für denAnfang wollte man es ihr leicht machen, sie würde als aufgewecktes Mädchenschon von selbst zugreifen, wo es nötig sei.

Auf dem Nachhauseweg versuchte Vater Gohlke, seiner Marie klarzumachen,dass es sich hier bestimmt um eine gute Stelle handele, und wenn sie ersteinmal drin sei in der Arbeit, würde es ihr auch grosse Freude machen.Marie ging schweigend neben ihrem Vater her. Während der Vater sich mit