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" So, das hier ist meine Schwester Marie, das ist Eveline Strese,- steh'ruhig auf, Wilhelm, und sag meiner Schwester guten fag."
Wilhem fulgte gehorsam, gab Marie die Hand und sagte:" Ich glaube, ichhabe sie schon einmal gesehen, Fräulein Gohlke.
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" Rede doch keinen Quatech, Wilhelm!- Der hat Dichbestimmt noch nie ge-sehen, Marie. Als ich Eveline zum ersten Mal begegnet bin, habe ichdasselbe gesagt. So macht man das in unserem Alter, wenn man ein Mäd-chen kennenlernt. Wenn man sich einbildet, sich schon einmal gesehenzu haben, wird man schneller bekannt. Aber das ist bei Marie nicht nö-tig."
Es wurde ein schöner Nachmittag für Marie. Sie freundete sich mit derquicklebendigen Eveline an, erfuhr, dass ihr Vater Pleischermeister istund dass sie selbst in einer Fabrik arbeitet, wo es ihr garnicht ge-fällt, und dass sie am liebsten sehr bald den Otto heiraten würde, un sich mit ihm ein richtiges" Zuhause" zu schaffen. Zwischendurch tanz-ten Otto und Eveline, und nach einer Weile nahm sich Wilhelm ein Herzund drehte Marie durch den Saal. Beim Tanzen erfuhr sie, dass WilhelmDrews als Steinmetz arbeitet und gut zu tun hat, weil in Landsberg jaständig gebaut wird.
Als es nach Marie's Meinung am schönsten war und man auch schon gemein-sau einige Lieder gesungen hatte, wurde es Zeit für sie zum Gehen. Wil-helm brachte sie zur Friedeberger Chaussee. Unterwege wurde nicht vielgeredet. Als Wilhelm sich verabschiedete, meinte er nur, dass es schönwäre, wenn man sich demnächst wieder einmal im Schützenhaus oder woan-ders treffen könnte, natürlich, wenn Otto und Eveline dabei sind.
Wenige Monate später, am 17. Juli 1897, wurden die Fabrikarbeiterin Eve-line Olga Martha Strese, Tochter des Pleischermeisters August trese unddessen Frau Louise, geborene Hornung, und der Zimmerer Hermann OttoGohlke, auf dem Standesamt in Landsberg getraut. Marie konnte nur einenSprung zur Hochzeit kommen, um Glück zu wünschen. Wilhelm Drews, alsFreund von Otto natürlich unter den Hochzeitsgästen, gab sich alle Mü-he, um Ma rie festzuhalten. Sie wäre auch gerne geblieben, aber es gaban diesen Tag besonders viel zu tun, und sie wollte die Oberin nicht ent-täuschen. So hielt sie auf die minute genau die Stunde ein, die sie frei-bekommen hatte.- Auch zur kirelichen Trauung am 1. August in der Haupt-kirche St. Marien konnte Marie nicht kommen. Dafür war die neunjährigeLisbeth eine würdige Stellvertreterin, die mit ihrer lustigenalle Hochzeitsgäste amisierte. Ausserdem erfüllte es klein- Elisabethmit Stolz, einen grossen Bruder zu haben, der heiratet. Keine ihrerSchulkameradinnen befand sich in dieser bedeutungsvollen Lage.