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und den sozialdemokratischen Organisationen wachsam und kritischaufgenommenen Regierungsentwurf im negativen Sinne der arbeiter-schaft zu verwässern. Die Sozialdemokratische Partei hatte schonfrüher im Einvernehmen mit den Gewerkschaften einen eigenen Entwurffür ein freies Vereinsrecht eingebracht. Wir Frauen im besonderenwaren uns darüber einig, dass wir unser politisches Organisations-recht wohl anstrebten und so vorteilhaft wie möglich xaxxxxkkiukanxakxkaxx für uns erkämpfen wollten, dass es aber nicht gegen denNachteil eines eingeschränkten Koalitionsrechtes für alle arbeiten-den Menschen erkauft werden durfte.
Man muss sich vorstellen, wie das zentrale Frauenbüro mit äusserstgeringen finanziellen und technischen Hilfsmitteln arbeiten musste,um uns in dieser bewegten Zeit laufend und schnell über alles zu un-terrichten und mit Material zu versorgen."
Straffen
Mitten in diese aufregenden Tage hinein kam aus Landsberg an derWarthe die Nachricht vom Tode des Vaters Theodor Gohlke. Er war an11. Mai 1908 im Alter von 66 Jahren gestorben. Marie und Elisabethwollten zur Beerdigung fahren, aber nach einigem Hin und Her sahLisbeth ein, dass es besser für sie sei, in Berlin zu bleiben. Siewar im achten Monat, und ihr Mann, Christian Michael Roehl, wäre al-lein mit den Kindern von Marie, Lotte und Paul, die jetzt viereinhalbund drei Jahre alt waren, nicht fertig geworden.
Maries Bruder Otto hatte zu Hause das Problem ebenfalls in der Formgelöst, dass er beschloss, alleine zu fahren, während sich seine FrauEveli***** um die fünf Kinder kümmerte.
Marie und Otto hatten
ber
sofort nach ihrer Ankunft in Landsberg alledielHände voll zu tun, um e Formalitäten für die Beerdigung zu erle-Lands-digen. Mutter Henriette Gohlke konnte unmöglich alleine inaxxaxbleiben. Der Vater war noch nicht unter der Erde, als der Haus-eigentümer schon eine dreiköpfige Familie einwies und verlangte, dassdie 61 Jahre alte Frau von nun an mit der kleinen Kammer vorlieb neh-men müsse. Da Otto mit seiner grossen Familie genug am Halse hatte,glaubte Marie, auch im Sinne ihrer Schwester Elisabeth zu handeln,wenn sie Mutter Gohlke zu sich nach Berlin nähme. Sie war noch sorüstig, dass sie selbst den Wunsch äusserte, den Haushalt gerade indieser Zeit zu führen, wo Lisbeth mit der Niederkunft rechnen musste.Obwohl es für Marie eine Selbstverständlichkeit war, dass sie sich