Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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Herrn

Dr. Hans HirschfeldAltenburger Allee 19

Berlin- Charlottenburg

5. Februar 1957.

Lieber Hans,

Du hast ja soooooo recht! Mit allem, was Du Dirüber uns denkst.

Aber was nützen Dir jetzt Weihnachtswünsche, Sylvester-grüsse?

Soll ich Dir nicht doch ausserhalb eines erzwungenen Ka-lenderanlasses aus freien Stücken sagen, dass ich Deinguter Freund bin?- Und dass ich hoffe, dass Du mir Dei-ne Freundschaft nach wie vor erhältst.

Wir werden dann ja auch einmal in praktischer Arbeit zusam-mensitzen müssen. Ich habe mir kurz vor Weihnachten von Lot­ te Lemke aus Bonn die gesamten Unterlagen biographischen Stilsvon Marie geholt. Die grosse Mutti ist schon eine Biographie,oder eine biographische Skizzierung in irgend einer litera-risch- politischen Form wert! Und wenn es ein biographischerRoman ist. Diese Idee hatte ich schon vor fast einem Jahr,als Marie nur noch das Andenken an sie zurückliess, ich sprachzu Lotte Lemke davon. In letzter Zeit haben wir darüber kor-respondiert, um Form und Weg zu finden. Form ergibt sich ausden Unterlagen und dem, was unbedingt dazugetragen werdenmuss. Weg hängt von der Finanzierung eines solchen Verlagsobjektes ab. Das will L.L. in diesen Wochen klären.

Du kennst mich doch, Hans!- Eine Pause ist niemals ein Schnitt!In diesem Sinne ganz herzliche Grüsse,

Dein