Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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Frau

Lotte Lemke

ArbeiterwohlfahrtHauptausschuss

Dottendorfer Strasse 168Bonn/ Rhein

30. Dezember 1956.

Liebe Lotte Lemke ,

mein ausführlicher Brief vom 14. Dezember war unter Eindrückengeschrieben, die heute- nachdem ich mich durch wichtige Unter-lagen des mitgenommenen Materials durchgelesen und schon einekleine anfängliche Ordnung in einige Notizen gebracht habe- keineGültigkeit mehr haben.

Für mich steht fest, dass es der Wunsch von Marie Juchacz war,biographisches Notizenmaterial zu hinterlassen, um es auszuwer-ten. Selbst das Vorwort zu ihrer Biographie hat Marie Juchacz nochgeschrieben, ein gutes Vorwort sogar. Sie hat eine Fülle von Hin-weisen über zusätzliche Materialquellen gegeben, wenn auch gelegent-lich mit Fragezeichen versehen. Aufgabe des Biographen ist es, allendiesen Hinweisen gewissenhaft nachzuspüren, und nach Klärung diese Un-terlagen folgerichtig einzuordnen. Eigentlich ist die ganze Zeit vonder Kindheit bis zum Ende des 1. Weltkriegs fast lückenlos. Und diedann folgende Zeit ist uns Lebenden in vielen Einzelheiten, die ent-sprechend ergänzt werden müssen aus Vorhandenem und Vergrabenem, durch-aus gegenwärtig.

Es bleibt also überhaupt kein Problem übrig, keine Klärung über Ein-verständnisse, Einsprüche usw. Was bleibt, ist die Arbeit, die ge-macht werden muss. Und zwar konsequent.

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Was der AW und dem Parteivorstand zu klären bleibt, ist die Finanzie-rung dieses biographischen Werkes. Ich sagte bei der flüchtigen Unter-haltung in Bonn , dass man einen grösseren- wenn nicht sogar grossenVerlag zur Beteiligung gewinnen könnte, und dachte dabei an Rowohlt , oh-ne ihn zu nennen. Es gäbe noch andere.

Zur notwendigen Klärung würde gehören, dass ich einen richtigen Auftragerhalte. Ich würde diesen Auftrag von meiner Seite aus erfüllen, wie ichalle anderen- auch Buch- Aufträge für den Verlag F. Bruckmann erfüll-te.

Diesen Brief wollte ich schon vor Weihnachten schreiben. Er kommt aberauch jetzt noch nicht zu spät.

Hoffentlich konnten Sie über Weihnachten und Neujahr etwas ausspannen.Ihnen und Ihrer Arbeit für das neue Jahr 1957 aufrichtige Erfolgswünscheund ganz herzliche Grüsse,

Ihr

( FM.Roehl)