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im Turm zeigte er ihr die geschnitzten Bilder, mit denen Mariechen abernur so viel anfangen konnte, um sich nach dem Unterschied zwischen evange-lisch und katholisch zu erkundigen.
" Du kannst aber auch fragen, Mariechen. Wie kommst Du auf so was?"" Neben uns wohnt doch der Karl Kaiser , Du weisst doch, der seinen Sohnin die Bürgerschule schickt. Ich hab nur mal im Milchladen gehört, wiedie Frau Kwiatkowski sagte, dass es doch nicht richtig sei, dass der Jun-ge in die Bürgerschule geht, wo doch der Karl Kaiser als freireligiöserWanderredner im Lande herumzieht. Aber wenn Du es mir nicht sagen willst,ich kriege das schon heraus Du, Otto, was sind denn das für Löcher?
Zum Schiessen?"
" Unsinn, Mariechen, die sind noch aus der katholischen Zeit, da standendie Weihrauchtöpfe drin."
" Woher weisst Du das alles? Du hast doch auf der Schule keine Religiongehabt?"
" Auch ohne Religion kann man so was wissen aber ich glaube, Du musstnach Hause. Vater hat inzwischen ausgeschlafen, und Mutter will an dieLuft. Du musst auf Lisbeth aufpassen."
Damit war der" freireligiöse" Kirchgang beendet, Otto und Marie empfindendie heisse Som erluft beim Verlassen der kühlen Kirche wie einen Schock,und an der Ecke, wo Nautke seine Kneipe hat, beschloss Otto, noch einGlas Bier zu trinken.
" Vater ist aber gegen Alkohol. Der macht die Familien kaputt, sagt er im-mer."
" Weiss ich selber, Marie, aber ein Glas bei der Hitze is ja nich schlimm.Brauchst ja Vater nichts zu sagen.
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" Hast Du schon mal gehört, dass ich petze?" Fast empört drehte sichMarie um, sodass ihr helles Sommerkleidchen, unter ihrer eigenen Assistenzvon Mutter und einer Nachbarin genäht, verwegen wippte.
Otto sah ihr nach, wie sie mit energischen Schritten um die Ecke bog. Fürihr Alter ist sie eigentlich schon sehr erwachsen, dachte er. Nun ja, ausKindern werden Leute. Er war ja nun auch schon in dem Alter, wo man überdie ersten Anfänge hinaus war. Bei Mariechen würde das auch nur nur nochwenige Jahre dauern.
Es sollte schneller gehen, als Otto es sich an diesem Sonntag mit einemflüchtigen Gedanken durch den Kopf gehen liess. Am folgenden Montag zogMarie schon in aller Frühe los, alleine, ohne jede elterliche Begleitung,um sich nach einer Stelle als Hausmädchen umzusehen. Aus der Zeitung hattesie sich einige Adressen herausgeschrieben, Nachbarn hatten Tips gegeben,wer eventuell jemanden suche. Bis zum Mittag hatte sich noch nichts ent-