Akte 
Korrespondenz: Fritzmichael Röhl
Entstehung
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se aufstrebende Kreisstadt, die bessere Arbeitsmöglichkeiten bot als dasLand, denn die im Warthebruch lebenden Kossethen, Halbbauern, deren Wirt-schaften nicht viel einbrachten, flickten sich ihre primitiven Häuserselbst zusammen. Viel Bargeld hatte er nicht mehr in der Tasche, als ereines Tages mit Frau und Sohn vor dem Fischhändler Höhne stand, der ihmauf der anderen Seite der Warthe im Dachgeschoss eines seiner Häuser Quar-tier gewährte. Im ausgebauten unteren Hauptteil des Hauses wohnten dieFamilie Kuhn und der Viehhändler Blobelt, fix von dem er schon wenige Ta-ge später den Auftrag erhielt, eine Viehrampe zu bauen. Warum sich alsonach einer Stelle als Zimmerpolier umsehen? Das war der Anfang zur Selb-ständigkeit. Um hinter dem Haus einen Arbeitsschuppen zu bauen und eineWerkstatt einzurichten war Kapital notwendig, das Friedrich Theodor Gohlkenicht besass. Dafür wuchsen die Schulden, die mit der inzwischen fertigge-wordenen Rampe des Viehhändlers Blobelt nicht abgedeckt werden konnten.Dafür kamen neue, eilige Aufträge herein, die er alleine nicht schaffenkonnte. Zwei Gesellen vom Lande wurden verpflichtet, Werkzeug musste ange-schafft x* x* яn und Holz gekauft werden. Zu allem Überdruss war Minna***gakx zur Welt gekommen, ein zartes Mädchen, das von seiner Geburt an aufPflege angewiesen war. Gohlkes Frau Henriette hätte es in dieser Zeit lie-ber gesehen, wenn ihr Mann die ganze Selbständigkeit an den Nagel gehängtund sich bei einem Bauunternehmer als gut bezahlter Zimmerpolier verdingthätte, aber sie machte ihm keine Vorwürfe, sondern packte mit der ihr ei-genen und bewundernswerten Entschlossenheit zu, wo es nötig war. Als dasGeld allzu knapp wurde, schlich sie sich heimlich aus dem Hause, um aufden Äckern des Mühlenbesitzers Braun beim Kartoffelbuddeln mitzuhelfen.Schon als junges Mädchen hatte sie sich nicht vor harter Arbeit gescheutund in ihrer Geburtstadt Brügge im Kreis Soldin als Haus- und Küchenmäd-chen gearbeitet. Als xxx sich das dritte Kind ankündigte, versagten ihreKräfte.

Friedrich Theodor Gohlke kam gerade vom Bauern Traschke zurück, wo man denStall um drei Meter vergrössert hatte, als sein drittes Kind, sein SohnFranz, zur Welt kam. Kurz entschlossen entliess er die beiden Gesellen undteilte den Gutsbesitzern Böhnisch und Eschner mit, dass er leider nicht inder Lage sei, die in Auftrag gegebenen Erweiterungs- und Neubauten fürWohnhaus, Stallungen und Scheune auszuführen. Vielleicht hätten diese bei-den grossen Aufträge die materielle Hilfe gebracht, un inZukunft in schul-denfreier Selbständigkeit weiterleben zu können. Davon hatten die Männerhier am Tisch, und besonders der Lehrer Peter Freymark, keine Ahnung, denner hatte niemals von seinen Sorgen zu ihnen gesprochen, hatte ihnen ver-heimlicht, dass er ein ganzes Jahr lang nicht arbeitete, sondern sich umFrau und Kinder kümmerte, den grössten Teil des Holzlagers mit Verlustverkaufte, um mit seiner Familie leben zu können, und sogar einen Schlaf-