Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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2019

tung ist. Die Lizenz- Bestimmungen bei der Presse sind nicht so.dass der Lizenzträger gleichzeitig der Chefredakteur ist. Er kannebensogut Verleger sein, oder nur einfacher Redakteur. Nur: er istals Lizenzträger verantwortlich. Deswegen ist wie Du woertlich zi-tierst" der( ehemalige) Chefredakteur der Münchner Abendzeitung'"auch gleichzeitig" Redakteur und Verleger der bedeutenden Süddeut­ schen Zeitung ". Bei beiden Blättern ist er mit seiner Lizenz be-telligt.- Dank für den Tip, dass Oskar Stark in Freiburg bei der" Badischen Zeitung" ist. Ich werde an ihn schreiben.-Marias Mutter, die jetzt fast 72 Jahre alt ist, haben wir am 16.August aus Pyrmont hierhergeholt. Sie hat bis heute noch keine Zu-zugsgenbhmigung und bekommt hier deshalb auch keine Lebensmittelkar-aten. Soll ich Euch eine kleine Vorstellung verschaffen, wie so etwasaussieht? Also: Marias Mutter weilt zu Besuch hier, mit grosser An-strengung hergekommen, um mit uns die Lage nach der Währungsreformzu klären. Während ihres Aufenthaltes hier wird sie 1. krank und istnach ärztlicher Untersuchung nicht transportfähig, bekommt 2. ausBad Pyrmont von dem dort im Badehotel provisorisch eingerichtetenAltersheim den Bescheid, dass das Altersheim aufgelöst wird. Siewird 3. polizeilich und lebensmittelkartenmässig dort abgemeldet,kann aber hier nicht polizeilich angemeldet werden, weil sie keinenZuzug hat. D.h.: Antrag beim Wohnungsamt. Morgens um 7 Uhr hin, an-stellen( es stehen schon 30 Menschen), warten bis 11. Kampf um einFormular. Wird um 12 Uhr ausgehändigt. Mkt dem Formular nach Hause,fein säuberlich ausfüllen. Verlangt werden Unterlagen. D.h.: irgend-wo eine Schreibmaschine borgen und Abschriften machen von: a) Flüchtlingsschein, b) Mitgliedskarte der ev. Bekenntnisgemeinde, die vonden Nazis verboten war und verfolgt wurde, c) Abschrift vom Auflö-sungsbescheid des Altersheims, d) Abschrift vom Denazifizierungsbe-scheid der Antragstellerin, e) Denazifizierungsbescheide der in Mün­ chen ansässigen Angehörigen.- Originale aus der Hand zu geben hattödliche Folgen.- Mit den Abschriften zur Polizei zur Beglaubigung.Polizei hat geschlossen. Am nächsten Tag zur Polizei. Der Beamte, derto beglaubigt, kommt erst nach neun Uhr. Warten. Er kommt. Beglaubigt.-Mit allen Unterlagen zum Wohnungsamt, Eintreffen dort gegen lo Uhrvormittags. Es warten bereits 45 Menschen. Um 1 Uhr ist Schluss. Um1. Uhr stehen nach 30 Menschen draussen, die vergeblich gewartet ha-ben. Am nächsten Morgen um sieben Uhr wieder auf dem Wohnungsamt. Eswarten bereits 20 Menschen. Um 11 Uhr kommt man an die Reihe. DerBeamte prüft. Auf dem Antragsformular fehlt eine Eintragung des Be-zirkswohnungsamtes. Ausserdem fehlt eine Aufenthaltsbescheinigungdes Polizeipräsidenten. Unterlagen zusammenpacken, zum Bezirkswoh-nungsamt. Dort warten( es ist halb zwölf) 30 Menschen. Um i Uhr istSchluss. Um 1 Uhr stehen noch 18 Menschen draussen. Am nächsten Mor-gen um 7 zum Bezirkswohnungsamt. Es warten 20 Menschen.- Es gehtschnell. Um lo Uhr hat man den Stempel, dass es möglich wäre, die71 Jahre und 8 Monate alte Frau Neppert in der eigenen Wohnung un-terzubringen. Zum Polizeipräsidium. Einwohnermeldeamt. Keine Schal-terstunden. Nachmittags ab 2 Uhr. Man wartet. Bis 2 Uhr.( Vom Aufste-hen bis jetzt sind acht Stunden vergangen)." Bitte die Aufenthaltsbe-scheinigung!".- Kostet 2 Deutsche Mark und 90 deutsche Pfennige.Mansad zählt sein Geld, hat zufällig nur noch zwei Mark im Portemonnaie.-T. Nach Hause( es ist 3 Uhr nachmittage).-Am nächsten Morgen um 8 Uhr:für 2 Mark 90 die Bescheinigung, bitte. Falsch ausgefüllt. Noch ein-mal neu zu schreiben. Danke.- Zum Wohnungsamt. Eintreffen gegen 9