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uns sehr viel von Euch erzählte, und von seiner Arbeit, ist der Mei-nung, dass es Euch gut gehen wird. Ihr habt auf jeden Fall sofort Zu-zug, könnt Wohnung nehmen, wo Ihr wollt( ich schlage trotz Pauls An-gebot- Düsseldorf vor, oder Koblenz ), und könnt von der Pension le-ben, die man Euch schon jetzt zugestanden hat und die Ihr in Euremharten deutschen und Emigranten- Leben verdient habt. Ich bin sogarder Meinung, dass es viel zu anstrengend ist, erst herzukommen, umdie Lage zu beschnuppern, die endgültige Herkunft erst vorzubereiten,dann noch einmal zurückzufahren, und dann von drüben Abschied zu neh-men. Das ist viel zu umständlich! Menschen wie Ihr als Heimkehrersind geborgen!!!!! Wartet das Frühjahr ab, dann habt Ihr alle zusam-men Eure Papiere beieinander, der Winter ist hier vorüber, der vonDir, Emil, mit Recht so tief nachempfundene europäische Frühling hateine Leuchtkraft, die den Heimkehrer stark macht. Ihr drei seid zusam-men ausgezogen, Ihr könnt auch gemeinsam heimkommen. Für jeden vonEuch gibt es dann auch noch ein Old- Munich- left von Maria, oder einschönes Aquarell von ihr, oder sonst etwas. Das von der grossen Muttian einen von Deinen Ärzten abgegebene Exemplar wird postwandend er-setzt. Es soll Euch nicht fehlen.
Es geht auf 1 Uhr nachts, ich bin seit frühesten Morgenstunden unter-wegs, und das morgige Pensum steht fest und beginnt in sechs Stunden.Ausserdem geht die Maschine morgen früh wieder an den Entleiher zuerück. Maria schläft schon, sonst hätte auch sie noch einige Wortedazu geschrieben. Sie wird es mit der Hand nachholen. Marias Mutterhat sich über Eure Anteilnahme sehr gefreut, sie grüsst Euch herzlichund freut sich, Euch kennenzulernen. Und Käthchen danken wir für dieBilder. Maria hat- glaube ich bei Paul eine Aufnahme von ihr ge-sehen, ich habe ihr Gesicht noch im Gedächtnis und sofort wiederer-kannt. Käthchen wundert sich, dass wir mit ihr reden, als ob wir sieschon lange kennen. Ist das etwa nicht der Fall? Man kann sich auchüber einen Ozean hinweg so nahekommen, als ob nur ein Tümpel dazwischen liegt. Kathchen kommt zurück und ist zwei Menschen ärmer, aber umdie Heimat reicher. Das soll ihr ein guter Trost sein.
Dir, lieber Emil, gelten unsere besten Grüsse dieses Briefes, Dulachst uns auch auf der Aufnahme vom 5. Sept. 1948 von Eurem Woh-nungsfenster aus so zuversichtlich entgegen, das kann nur das besteZeichen sein. Wir nehmen es als solches.- Euch beiden Frauen Wunsch,Gruss, Dank für alle Wege von uns zu Euch und von Euch zu uns.
Euer