Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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MRS. MARIE JUCHACZ

339 EAST 173rd STREET

NEW YORK 57, N. Y.

den 16.Februar 1948

Liebster Fritz, liebste Maria,

die Post ist nicht sehr findig und ein Einwohner- Meldeamt scheintes auch nicht mehr zu geben. Kannst Du nicht den Postbeamten EuresPostamtes einmal Freikarten fur den bunten Wuerfel geben, damit sieDich und Euch kennen lerneb? Programme und Plakate haben wir erhal-ten, besten Dank. Wie wars bei Paul.Habt Ihr Euch ausgeruht und einwenig aufgepaeppelt? August hat jetzt endlich den zur gleichenZeit bestellten Anzugstoff( Care) erhalten. Auch die Schmalzpaketetroepfeln ein, wie es scheint. Ihr werdet ja Vorkehrungen getroffenhaben, falls etwas in Eurer Abwesenheit mixtrifft einzutreffen geruhte?Gestern hat Emil 2 Parcels, eins mit Wurst( kommt wieder ueber Konsum-Genossenschaft, eins mit Schmalz, kommt per Post vom Arbeiter- Wohlfahrt,Parcel Sevice. Das ist aber etwas anderes, als Arbeiter- Wohlfahrt- Hilfs-organisation, fuer die ich ehrenamtlich tätig bin. Ich bin nicht sehrfroh ueber die Namensgleichheit.--- Es wird uns immer versprochen, dasses nun diesmal schneller gehen soll---- hoffen wir es, der Glaube daranist nicht sehr stark.

Gestern sah ich hier fuer zwei Stunden eine Freundin unserer Lotte, eineFrau Grete Berger , die eingewandert ist.Hat wohlhabende Verwandte erstenGrades hier und hat Theresienstadt ueberlebt.Mich gruselte es, trotzdemsie nicht viel erzaehlte,--- welches Menschengeschlecht ist das in un-serer Generation.....

Ich hoffe, Ihr schreibt mal wieder.Herzlichst Eure

god. Mu H,

r

Emil ist heute mit seinem Chef nach Meriden Conn. zu seinem Bruder

Robert, sozusagen geschaeftlich. Er hat mir Gruesse fuer Euch aufgettragen.Auch Käthe laesst selbstverstaendlich gruessen.