Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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Einzelne den gleichen Bedingungen, wie sie bisher noch in jedem Lande der Weltgueltig sind: Niemand kann mehr kaufen, als die Mittel, die ihm zur Verfuegungstehen, erlauben.

Seit 1941 habe ich mir Muehe gegeben, die Sprache dieses Landes, die sozia-len Zusammenhaenge, sowie die allgemeine Mentalitaet kennen zu lernen. Das Resul-tat dieser Bemuehungen ist sehr unvollkommen geblieben. Ich habe noch immer zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Jedoch manches davon kommt schon den Bemuehungen- drueben zu helfen

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zugute.

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Das Ende des Krieges brachte uns die Gewissheit der vorauszusehenden Folgen.Ueber die Verpflichtungen der im Auslande lebenden Genossen war man sich hier klar.Ich moechte in diesem Zusammenhang den Briefschreibern danken, die mir mitteil-ten, dass sie nicht Truebsal blasen, fest zupacken wollten, um( nicht nur fuersich) neu anzufangen. Eine solche Einstellung erleichtert es hier mit selbstver-staendlicher Verpflichtung die notwendige Hilfsarbeit zu tun.- Dass diese Arbeit,bei der allgemeinen Not, auch einen allgemeinen Charakter tragen muss, verstehtsich wohl von selbst. Sciher: es geht mir, wie so vielen der Freunde: wir muessenunser Herz oft fest zusammenpressen. Die Menschen, die wir kennen und schaetzen,stehen unserem Fuehlen nahe. Wir moechten ihnen gerne persoenlich helfen. Wir ver-suchen es, immer wieder. Aber es sind ihrer so viele, dass es zur Unmoeglichkeitwird, wenn man ein Mensch mit mageren Einkuenften und kein Multimillionaer ist.Und so weitet sich, in dem Augenblick, wo man sich an die Oeffentlichkeit um Hilfewendet, diese Arbeit ins Allgemeine, von Organisation zu Organisation. Dabei gibtes ungeschriebene Gesetze, die nicht verletzt werden duerfen, will man nicht dieArbeit selber gefaehrden.

Ich bin mir bewusst, dass bei jeder Hilfsarbeit nur bescheidenes Stueckwerkherauskommen kann. So bleibt das Gefuehl, dass man getan hat, was moeglich war.So wie Ihr dort drueben auch nur mit groesster Geduld und Ausdauer in diesem Meervon zerbrochenen Schicksalen und Existenzen wirken koennt. Ihr erlebt die Not derJugend und der Familien unmittelbar in ihrer mannigfaltigen und immer bitteren Form.Ihr fuehrt den Kampf gegen Hunger, Krankheit und Verelendung. Und Ihr wisst, dassueber allem die Hoffnung auf endliche Besserung zu stehen hat und die Gewissheit,dass wir es schaffen muessen.

Das alles las ich in Euren Briefen und dies ist die Antwort, die ich daraufgeben kann.Ich gruesse Euch alle mit guten Wuenschen fuer das Jahr 1948,

Eure

Liebster Fritz, liebste Maria,

Marie Juchacz Marie Juchacz

es reicht zeitlich nicht zu einem laengeren Brief, am 8.Dez.wurde, alsArquivalent gegen Briefmarken von einem Freund fuer Maria Roehl einCARE- Paket bestellt.Anliegend ein Gutschein fuer Dosen, die hoffentlichnicht zu lange auf sich warten lassen. Dann hat Emil am 15.Dez.Kaffeefuer Euch bestellt, den Ihr ja so noetig habt bei der vielen Arbeit, beider man wirklich eine Stimulanz braucht.Paul schrieb, dass er Euch etwasmitsenden konnte, hat das geklappt? Es wuerde mich freuen.

Ganz herzlich Eure Marie