Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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geschrieben habe und dass ich ueberzeugt sein koennte, im Ja- Falledazuzugehoeren. Ich habe uebrigens angegeben, dass meine Angehoeri-gen die und diejenigen seien und in N.Y. lebten, und dass er sichnotfalls jede weitere Information dort holen koennen. Vielleichtwird er sich einmal gelegentlich an Euch wenden.

Kannst Du mir nicht mal etwas aus Deinem Arbeitsrhythmus schreiben?Gelegentlich. Ich weiss so ungefaehr, was Du zu tun hast, was zuDeinen Aufgaben gehoert. Aber eben nur ungefaehr. Wir haben schonso viel aus unserer A tmosphaere heraus geschildert,- eigentlichmuesst Ihr uns in unserem heutigen Milieu und in unserer Haltungschon sehr genau kennen. Was macht Kaethchen? Ich haette gerne ein-mal von ihr direkt ein paar Zeilen, man spuert dann die persoenlicheSprache und kommt sich etwas naeher, d.h. wir kommen ihr etwas nae-her, denn wir muessen uns auch bei ihr fuer so vieles bedanken, wo-mit sie uns geholfen hat.

An Robert und die" Jungens" muesste ich auch mal wieder schreiben,ich habe zwar auf meinen letzten Brief an Paul keine Antwort bekom-men, aber er wird mit den Sorgen um seine Wiener Braut zu tun haben.Ist sie inzwischen drueben angekommen? Seid Ihr in staendiger Ver-bindung mit Ida und Robert?

Dies war ein verhaeltnismaessig stiller Vorfruehlings- Sonntag, ichhabe nicht viel getan, sondern mich etwas ausgeruht. Dafuer bin ichmorgen wieder heftig unterwegs. So gleicht sich das aus.Ich verfolge mit groesster Aufmerksamkeit die Moskauer Konferenz. DieTruman- Rede war nicht nur faellig, sondern ueberfaellig, und traegtin ihrer Klarheit hoffentlich dazu bei, zwischen den beiden grossenPartnern USA und USSR das Verhaeltnis zu schaffen, das eine friedlieche Entwicklung der Dinge garantiert.

Maria hat von einem Bekannten aus Berlin jetzt den Rest ihrer Aqua-relle mitgebracht bekommen, u.a. auch eine kleine Stickerei. Sie istsehr froh, dass zumindest dieser Restbestand ihrer kuenstlerischenArbeiten gerettet wurde. Wenn sie noch dazu kommt, einige modernereSa hen zu machen, werden wir eine Ausstellung veranstalten. Darueberwird es aber wahrscheinlich Herbst werden.( Oder wir machen dieseAusstellung bereits in einem anderen Land, oder unter ganz anderenUmstaenden, da man heute nie weiss, was morgen sein wird, denn be-ruhigen wird sich Deutschland vielleicht, wenn es glueckt, in 5 Jah-ren, vielleicht auch erst in zehn. Pessimisten sagen: ueberhaupt nichtmehr.

Seid alle herzlichst gegruesst, auch von Maria, und nehmt unsere Jam-merbriefe nicht zu tragisch, aber wir haben die Absicht, mit unsererArbeitsleistung weiter zukommen, und nicht mit Schiebung,- quessendeshalb jeder fuer zwei arbeiten, und haben durchschnittlich jedernur die Haelfte oder nur ein Viertel des Normal- Verbrauchs- quantums,und wenn dann mal ein ganz tiefer Tiefpunkt kommt, stoehnt man gernemal etwas. Aber sobald man gestoehnt hat, fuehlt man sich schon er-leichtert. Aber wir wollen in Z ukunft nur ganz selten ueber diesemtteriellen Mankos stoehnen. Oder ueberhaupt nicht mehr hoerbar, son-dern nur noch fuer uns.

An jeden von Euch die herzlichsten Gruesse von Euren beiden, d.h.von uns beiden, von Maria und von mir, E urem