Fritz, mein lieber Junge,
den 1.August 1946
soeben erhielt ich einen Brief, datiert vom 13.7%, nein Juni, Ich antwortepostwendend und moeglichst kurz, Dieser Brief von Dir ging geschlagene 7Wochen. Durch die lange Zeit kommen soviele Irrtuemer , weil man immer in derIllusion schreibt, dass der andere Teil seinen Brief schon hat.--- So wirstDu inzwischen-hoffentlich- auch aus der Art meiner Antworten erfahren haben,dass ich besagten Brif vom 25. April nachtraeglich erhalten habe, sonst haetteich in meinen Antworten nicht darauf eingehen koennen.--Wir werden Dir mitden Farben fuer Maria dann auch zwei Farbbaender mitschicken, vielleicht ver-soehnst Du den freundlichen Leiher der Maschine dann damit-- Nur-- auch daswird natuerlich wieder eine laaaange Zeit dauern, o mein Gott, es ist natuer-lich fuer uns hier keinxx fak* x* x* x* xx gutes Gefuehl zu wissen, dass unsereLieben auf eine Hilfe durch ganz xxxbestimmte Dinge so sehnsuechtig wartenund wir keennen den Dingen doch keine Fluegel geben. Aber hoffentlich wirdes dann auch das richtige Band sein, wir muessen es ja auf gut Glueck versu-chen.--- Es tut mir so leid, dass Du den ganzen Brief abgeschrieben hast, umihn( er war ja wirklich sehr wichtig) bestimmt zu uns zu bringen.--- Aber einPassus in diesem Brief veranlasste mich ein zweites mal, darauf hinzuweisen,dass ich anscheinend nicht alles bekommen habe. Damit nicht wieder ein Irrtumvorkommt, schreibe ich diesen Passus ab:" Die Adresse von Sasha( Alexander)Greiner, die ich Euch mitteilte, muss noch stimmen, denn angeblich hat er be-reits Verbindung mit Marias Verwandtschaft. Nur scheint da etwas mit den Ver-mittlungsadressen nicht geklappt zu haben. Und unser Freund Joe Morisy ausJersey City ? Habt Ihr einmal dorthin gefuehlt?"-- Ich habe seinerzeit, so-fort nach Empfang des Briefes vom 25.April Deine, das heisst die von Dir er-haltenen Briefe nachgesehen und darueber nichts gefunden. So kann ich nichteher etwas unternehmen, weil mir diese Angaben keinen Fingerzeig geben. Bitteergaenze diese Angaben sachlich, damit ich Euch damit weiter helfen kann, wennes moeglich ist.
An Kempner habe ich am 26.Juli geschrieben. Ich hoffe mit Dir.---- Am 23, Juli,vor einer Woche, habe ich Euch einen sehr langen Brief geschrieben. Bitte ver-steht ihn richtig. Er ist nicht lehrhaft gemeint- nur geschrieben aus dem Ge-fuehl, nicht nur materiell, so weit es geht, helfen zu muessen, sondern auch see-lisch. Nun ist mir bange, ob ich auch richtig verstanden werde. In diesem Briefschreibe ich noch einmal- zum wievielten mal?-ueber das grosse Paket, an dasich Euretwegen so richtig mein Herz gehaengt habe, dann kuendige ich Euch einCARE-Paket an( das ist so ein 15 dollar- parcel von dem Du am Schluss Denesheutigen Briefes sprichst. Da es in vier bis sechs Wochen nach der Bestellungbestimmt in den Haenden der Adressaten sein soll, ist zu hoffen, dass Ihr esbald habt. Dann schreibe ich Euch etwas ueber Pfund paeckchen von Auerbach, ElseFey, jetzt Pfau. Nun will Emil in den naechsten Tagen auch zwei Pakete ueberdas" Schweizer- Arbeiter Hilfswerk" bestellen, sie sind nicht so gross, aberdas soll(!) auch schnell gehen.--Aber beachtet: das ist jetzt eine Wieder-holung aus dem vorigen Brief.
Emils Gesundheit macht mir in diesen Tagen grosse Sorge, er hat wirklichin den letzten Jahren sehr verloren. Aber bitte erwaehne das in Deinen Briefennicht, kein Patient hat es gerne, wenn ueber seine Gesundheit, resp. Krankheitgesprochen wird, ohne dass er selber daran beteiligt wird. Vielleicht kommeich spaeter einmal darauf zurueck, ohne Anfrage. Mir geht es-meinem Alterentsprechend-gut.Mit den besten Wuenschen fuer Euch und EureHausgenossen Eure
grosse Mutti