Wenn Du dich,
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Deine Aufgabe, Deine Kinder, Dein Selbst retten willst, dann sieh Dich nichtum, sondern vorwaerts."-- Das Leben war sehr mannigfaltig, auch in seiner Notund in seinen Verlusten, die immer wieder aufs neue zu ueberwinden waren. Beiallen Rueckschlaegen ging es doch vorwaerts, Schritt um Schritt. Zwei Weltkriege,dazwischen die Moeglichekeit des Aufbauens und Schaffens, der Zusammenbrucheiner Lebensarbeit, die das Fruchtbarste und Schoenste, zugleich das Muehevollsteund Widerstandsreichste, mit Erfolgen und Entaeuscherg, in sich schloss.Der langeLeidensweg der Emigration mit allem was dazu gehoert eingeschlossen die Sor-gen um Euch, die ich nicht sehen, mit denen ich ihr schreckliches Erleben nichtteilen durfte.-- Erinnerst Du Dich an mein Haeuschen in Koepenick ? Es war mirlieb wie ein Lebendes.Deine Mutter und ich hatten es umgeschaffen, fuer unsund Euch. Es gab mir das Gefuehl des Zuhauseseins, das ich sonst in Berlin indem Jammer des verwanzten," moeblierten" Zimmers nicht bekommen konnte, wir hat-ten nach dem Krieg eine Wohnungsnot( die wir damals fuer gewaltig gross hielten.Ich habe trotzdem um diesen" Besitz" keine Traene geweint, nicht einmal daruebergesprochen. Nur zweimal in meinem Leben bin ich fast zusammen gebrochen. Daseinemal, als Deine liebe Mutter starb. Wir waren in der Idee, in der Durchfuehrungzusammengewachsen wie zu einem Koerper, waren Freunde, ergaenzten einander, ver-standen uns, trugen alles gemeinsam und selbstversta endlich was schwer war. Ichmusste mich mit der haertesten Kraft zusammenreissen, um wieder ich selbst zusein, fuer mich und andere, fuer die selbstgewaehlte Arbeit, fuer die gemeinsameIdee.( Ich spreche in diesem Zusammenhang mit voller Absicht nur von mir, trotz-dem es nahe laege, auch das wir mitanzuwenden) Das zweite mal war es, als mit demKommen Hitlers meine Lebensarbeit( siehe oben) zerstoert war, Jahrelang hatteich das kommen sehen und dann war es doch unfassbar.Es war nichts materiellès,was ich bedauerte, es war der Zusammenbruch einer Lebensleistung, die auf kei-nen Fall von mir wiederholt werden konnte. Ein Band zerriss, das mich mit vielenMenschen in gemeinsamer, aufbauender Arbeit und in gemeinsamer Idee verband. Eingrosser Teil dieser Menschen blieb zurueck, der groesste, im ungewissen. Ichgingins Ungewisse, mit meinem Koefferchen in der Hand und dem Kleid, was ich auf demKoerper hatte. Aber noch einmal, es waren nicht die fehlenden, materiellen Dinge,die mit Sorge machten, es war der Zusammenbruch dessen, was ich als Ganzes lieb-te, woran ich glaubte. Ich war nicht unkritische dabei. Ich suchte Fehler bei mirund den Freunden, ich suchte die Fehler, die wir als Bewegung gemacht hatten. Ichwar traurig, dass ich niemand fand, mit dem ich alles, was mich bedraengte, ruhigund sachlich besprechen konnte, um fuer mich selbst zur Klarheit, zum Erkennender Dinge zu kommen. Ich betaeuble mich in einer koerperlichen Arbeit, der ichnicht mehr gewachsen war, weil der alternde Koerper sich nicht mehr ungestraftdarauf umstellen liess.Und ich- die ich mein Leben lang auch wirtschaftlich aufeigneh Fuessen gestanden hatte, wurde abhaengig.Auch das war bitter. Man musssehr stark in sich selber verankert sein-und- besser noch- so war es fuer mich,treue Kameradschaft neben sich haben, um auch das ertragen zu koennen,--DieJahre im oestlichen Frankreich waren dann verhaeltnismaessig ruhig fuer mich.Da ich den Haushalt fuer eine groesse Anzahl von Personen fuehrte, wobei ichmir bei aller kameradschaftlichen Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe sa-gen durfte, dass ich meinen Platz ausfuelle, war es auch seelisch ertraeglich XXfuer mich Den Krieg sahen wir mit unerbitterlicher Sicherheit immer naeherruecken. Jeden politischen Fehler erlebten wir schmerzhaft klar, wir erlebetenalles das gemeinsam, es war qualvoll, aber wir waren nicht allein, wir sassenin einem Kreis bei einander und hatten Verbindung mit gleichgesinnten Freunden.Materiell war es nicht leicht, besonders nicht fuer die Maenner. Ich habe da-mals besonders die moralische Staerke Emils schaetzen gelernt. Wie er sich miteiserner Konsequenz seine innere Unabhaengigkeit bewahrt und gesichert hat.Natuerlich war es selbstverstandlich so, fuer ihn und fuer mich. So waren wirja von zuhause aus, durch Veranlagung und dann zuletzt durch die Bewegung, derwir dienten, erzogen worden. Aber bewusst wurden wir und dessen erstganz, alsdie Vorteile winkten, die eventuell aus einem Abweichen aus dieser Innerlichvorgeschriebenen Linie entstehen wuerden. Und wenn es einem in Sturm und Drang bewusst wird, dann waechst man daran,----- Der Krieg kam, wir sassen hinter derMaginot- LinieDank unserer Freundschaften erlebten wir weiter alles bewusst
Tausser E