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Wir beide wissen nicht, wie wir Euch denken sollen. Ihr habt keineVorstellung, wie erschlagen wir über die Fille waren, und wie not-wendig tatsächlich jedes einzelne Stück ist, das Ihr uns schicktet.Wir knobeln an dem Problem herum, in irgend einer Form Eure Grossmutn und Eure auf keinen Fall einer materiellen Ueberfülle entspringen-de Gebefreudigkeit auszugleichen durch etwas, was wir Euch gehenkönnten. Aber was und wie!?!?!- Vielleicht ist es erst dann möglich,wenn wir Euch einmal aufsuchen over there. Ihr wisst, dass wir diesenWunsch nach wie vor haben. Und auch so lange haben werden, bis ersich doch noch einmal verwirklichen lässt.- Wir sagen Euch beidenund auch Käthehen den ganzen tiefempfundenen Dank, weil Ihr uns dasLeben leichter macht in einer Form, wie Ihr das vielleicht kaum nach-empfinden könnt. Unsere Lage war in den letzten vier Wochen so misera-bel, nicht etwa deshalb, weil es knapp zuging, aber weil sich eineSchwierigkeit nach der anderen auf Grund der, Euch bekannten Situationvor uns aufbaute und sogar Marias künstlerische Tätigkeit, die unseraller nervus rerum zur Zeit ist, in Mitleidenschaft zu ziehen drohte.Mit dem Eintreffen Eures Pakets ist scheibbar eine Wendung eingetreten,wir haben unser einziges Vermögen, den Wapen, endgültig für uns geret-tet, wenn wir ihn auch wegen mangelnder Betankungszulassung augenblicklich nicht fahren können. Aber er bleibt uns erhalten, und das istsehr viel wert! Ausserdem habe ich festgestellt, dass Kempner in mei-ner Seche nicht weiterkommt, weil es bei dieser Stelle in München kei-ne einzige Unterlage über den Fall mehr gibt. Da ist alles rest- undspurlos verschwunden, Kempner wird also nie mit einem Beric ht rech-nen können. Und erst auf Grund eines Berichtes hätte er weitere Schrit-te unternehmen können. Und da hat sich nun heute eine Möglichkeitergeben, meine Angelegenheit erneut zur Sprache zu bringen. Ich habenoch einmal alle Unterlagen zusammengetragen, der bearbeitende Herr istnoch einmal bearbeitet worden und wird sich am kommenden Montag nocheinmal mit mir unterhalten, mit dem Versprechen, diese Sache zu irgendeinem Ergebnis zu bringen, damit ich weiss, wo ich dran bin, ob ichgrundsätzlich nicht darf, oder nur nicht in einem Office, ob ich meineZeitschriftenlizenz beantragen und demnach auch erhalten kann, oder obdas für mich nicht in Frage kommt.- Heute in acht Tagen werde ich hof-fentlich so klar sehen, dass ich Euch einen endgültigen Bescheid ge-ben kann. Je nach dem Entscheid werde ich erkennen, welche Zukunft mirfür meine letztes Lebensdrittel bleibt. Gefühlsmässig bin ich einiger-massen zuversichtlich. Der bearbeitende Herr soll sehr nett sein, ver-nünftig, und vielen Argumenten zugänglich.
Der vergangene Wahlsonntag stand im Zeichen von Peter und Paul- Feiertagam Samstag und vom arbeitsfreien folgenden Sonntag, d.h. geringereWahlbeteiligung. Hier in Harlaching haben die meisten Menschen- esgeht in die Tausende aus Protest gegen die Beschlagnahme- Aktionnicht gewählt. Wie töricht und kurzsichtig. Man kann beinahe sagen:ein Glück, dass diese Leute nicht wählten, denn sie erkennen nichtihre Lage, sie wissen nicht, dass sie Angehörige eines restlos ge-schlagenen Volkes sind. Andererseits mag sie diese Geschlagenheitim Unterbewusstsein so quälen, dass sie falsche Wut- und Rachegelüstehaben und nicht bedenken, dass sie durch eine politische Gleichgül-tigkeit nicht der Besatzungsbehörde, sondern sich selbst schaden, umso mehr, als es sich bei diesen Wahlen um die Zusammensetzung derverfassunggebenden Landesversammlungen handelte. Mich het das Wahler-gebnis trotzdem nicht überrascht, und ich glaube sogar, dass die SPD unter Berücksichtigung der besonderen Umstände sehr gut abgeschnittenhat. Den Kommunisten blieb ein beachtlicher Erfolg versagt. Gottsei-dank. Auf jeden Fall nimmt die politische Struktur mehr und mehr dasGesicht politischer Willenskundgebung und Meinungsäusserung an, egalob so oder so. Die endgültige, wirkliche Klärung zeichnet sich erstin zwei Jahren ab, wenn die Zonengrenzen so ausgelöscht sind, dass