Maria 31,
Horlaching,ching, HiselburHaselbur str. 6T14: 40 857
11. Juni 1946.
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Liebe grosse lutti, sigentlich wollte ich schon lange einen Briefan Euch schreiben um mich vorzustellen, und von mir eini zu be- Nrichten, ich habe es aber immer wieder hinausgeschoben, weil ichhoffte, einen heiteren, optimistischen Brief schreiben zu können,wie es eigentlich meine Art ist. Heute aber zwingt mich die Sorge umMicha an die Maschine, ich sehe voll Verzweifelung, wie er täglichelender wird. Ich stehe völlig hilflos daneben und weiss nicht, wieich ihm helfen kann, Diese elende Wartereicht einen nervischne restlos fertig, Mike wollte aufs Land genn, um dort bei bessererVerpflegungwde sieh etwas zu erholenB_ Kempner riet ihm ab- ersollhier greifbar sein Bekannte wollten einen Kuraufenthalt in Kissingen vermitteln auf Kempners Rat hin blieb like hier. Das ist jetzt auchDu Mieden drei Wochen her und nichts ript sich. Was soll man nur unternehmen? Vielleicht aus Verbitterung viellelob welleer körperlichnicht dazu imstande ist, aber Mike ist zu keiner schöpferischenTätigkeit zu bewegen. Das deprimiert mich ammeisten! Welch elendeZeitvergeudung! Und jetzt kommt der Grund, weshalb ich schreibewenn es Euch möglich ist, schickt doch bitte etwas zu essen. Vielleicht findet licha, wenn er mal richtig satt ist, seinen Optinisiuswiederich bitte nicht für mich, ich bitte mir für icha, Er selbst weisnicht, dass ich diesen Hilfeschrei nach over there schicke, und dassich Euch die Kopie seines letzten Schreibens an Kempner mitschicke,um Euch ein ungefähres Bild von seiner Seelenverfassung zu geben,Ich weiss nicht einmal, ob ich Recht daran tue, Euch von diesen Sor-gen zu schreiben, denn bestimmt ist es auch für Euch nicht einfach,es hat ja ein jeder irgendwelche Kümmernisse. Wir haben uns in denletzten 12 Jahren und vor allem in den Kriegs jahren daran gewöhnt,nicht viel an das Morgen zu denken. Aber immer noch hatte man diestille Hoffnung, dass es einst anders kommen würde, dass man einmalwieder planvoll und zielvoll leben könnte. Und jetzte Wir habenzwarnoch die Wohnungn sogar der Wagen, aber schwebt nicht über uns allenTäglich die Angst, dass dies oder jenes beschlagnahmt werden muss?Ein Häuserkaree von uns entfernt läuft der Stacheldraht, der dieWohnblocks umgibt, in denen die Zivilverwaltung wohnen wird. Die lietedieser Blocks mussten alles Mobiliar drin lassen. Natürlich können wirnicht erwarten, dass Amerika ausser der Unrra Verpflegung sich noch deWohnungseinrichtungen mitbringt. Aber wen es trifft, der wird sich,wahrscheinlich allen Vernunftsgründen verschliessen, Vor allem geradedar,der nichts ve loren habens ist aber doch trostlos, dass dasLeben fast nur noch aus Sorge um die Trhaltung des täglichen Lebensbesteht: wo bekomme ich die mir zugeriesene Heizung her? Was mache ichwenn meine letzte elektrische Birne zum Zeichnen auch noch kaputtgeht? Wie soll ich Strümpfe stopfen, wenn ich in einem halben Jahrfür 20 Pfg entweder schwarzes oder weissesNähgarn kaufen kann? Wiewerde ich diesen Brief jemals zuende bringen, women Farbbind
tlos vereact? ioann ich aus alten Tischtüchern Laken zusammenflicken, wenn mir die Nachbarn ihre Nähmaschine nicht mehr gebenveil, die die letzte Nadel eingespannt haben? Und wie soll ich michrevanchieren? All diese Dinge sind aber einfacher, wenn ich aus einemamerikanischen Liebesgaben paket eine Kleinigkeit mitbringe, dann bekombenuthenen Handkarren fürs Holzfahren leichter und darf die Nähmaschiabenutzen, vielleicht schenkt mir ein Nachbar sogar eine Birne.Micha ist ja Gott sei Dank sehr praktisch und hilft mir im Hause enormsich mit Haushaltskrempelobschon es mich traurig macht, dass erbeschäftig, u die Zeit totzueua die Zerozulagen) Underbeloser SwagGen bepflanz.. HeL
Kabe