Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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Colonel H. E. Beine 011910

c/ o Fritzmichael Röhl/ Hannbeck

Q.M.Section

H. 9 Third U.S.Army

A.P.O. 403

c/ o P.M.New York City

25. April 1946

Liebegrosse Tante Mi- Muutti, bester Emil,

zuerst: es kann alles über die Beine- Adresse gehen, aussen nur an denColonel adressiert, auf den zweiten eigentlichen Umschlag innen denZusatz Fm. Röhl/ Hannbeck, Dann läufts. Noch eins: wenn auf dem Absen-der steht:" Kirschmann- Röhl/ Hannbeck läuft's noch besser.

An Euchgingen Briefe ab am 20. März( 3 Seiten), am 22. Februar( 3,5 Sei-ten), am 29. Januar( a Seiten), und zwischendurch ein kurzer Brief ohneDatum, handgeschrieben, mit den Bildern von Paul Kirsch ann bei uns inMünchen .

Von Euch kamen: zwei Briefe über Lotte vom 22. und 25. März mit demgelben Pakete- slip), ein Brief vom 19. Januar, zwei Briefe vom 10. Ja-nuar, und ein Brief vom 5. November.

Paul brachte uns das Paket von Onkel Robert und Tante Ida, und heutekam das Beine- Paket, der Irrläufer, mit dem Kleinen Heft von Van Loonund dem auf dem gelben Slip angekündigten wunderbaren Inhalt. Langendorfhat das Reventlow- Paket nicht an uns weitergeleitet. Die Mierendorf-Broschüre ist noch nicht angekommen.- Dies wäre das ganz Nühtern- Sachli-che hinter dem unser beider Herz steht wie hinter den schönsten Wor-ten, die ir Euch bisher schreiben konnten.

Tausend Dank für Eure Briefe vom 23. und 25. März. Ich weiss genau,dass die Stelle, die mir die Suppe eingebrockt hat, auf direkteste Wei-sung handelt. Ich weiss auch, dass V.L. nicht allzuviel unternehmenkann, obwohl er einen beträchtlichen Apparat in Bewegung setzte, derbis zum obersten Chief hinaufreicht, der aber auch nicht mehrmachenals dirum ersuchen kann, einembesonderen Fall noch einmal eine beson-dere Behandlung zu widmen. Das ist jetzt geschehen, und nun warten wirauf das Ergebnis. Ich bin also inzwischen mit keiner einzigen Planungweitergekommen, nicht mit da capo, nicht mit Theaterstücken, nicht mitkabarettistischen Sketschen, nicht mit Gedichten, Novellen, Romanen,um damit zugleich den für mein ferneres Leben vorgesehenen Arbeitskreiszu umreissen, ganz zu schweigen von der Nebenarbeit" im Theatre ContraOffice, die so aussehen soll, dass ich die gesamte Wortgestaltung al-ler geistigen Dinge leite, ale da sind: monatliche Mitteilungen fürdie Theater- Unternehmer als Lizenzbetreuung, Artikel für Zeitungen undZeitschriften, Textierung des gesamten Bild- Dienstes, usw.- Arbeit al-so in Hülle und Fülle.

Ich warte. Ich habe nicht im ersten Anlauf an Euch damals geschrieben,die 24 preussischen Ueberschlaf- Stunden lagen schon enige Tage hintermir. Ich habenur alles das geschrieben, was ich dachte, und noch heutedenke. Im Gegenteil: ich gehe heute sogar noch weiter. Um auch dieletzte amerikanische bürokratische entnazifizierungs- und entmilitari-sierungshungrige Seele zu befriedigen, wird es das Beste sein, wennman alle hartgesottenen Anti- Nazis von meinem Kaliber kurzerhand in einLager steckt und dort mit besonderen Methoden so lange behandelt, bisaus ihnen verbitterte Nazis geworden sind. Dann sind sie entnazifizie-