Akte 
Persönliche Korrespondenz
Entstehung
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wird sie einstweilen nicht, ihr Flügel sowie ihr anderes Gut hat den Krieg nicht überstanden. Alles andere wird ihm xinxitakke direkt von seinen anderen Angehörigen mitgetelt,wenn eine Verbindung hergestellt ist.

Ich weiss icht, ob ich Euch schon mittelte, dass unsere" Familie" inzwischen Zuwachs be-kommen hat: eine Schwester von Maria, Toni Hoppe, ist im Dezember plötzlich gestorben. Wirstanden uns sehr, sehr gut mit ihr, sie hatte einen reizenden Jugen und einen schon sehralten Mann. Diesen alten, 63jährigen Mann und den 13jährgen Jungen habenwir zu uns genom-men, der Mann ist arbeitslos, und der Junge geht in der Woche zwei Mal für wenige Stundenin eine ungeheizte Schule, um sáh zu erkälten und nebenbei etwas zu lernen. Die Lage istetwas eingeengt, in jeder Beziehung, der Vater ist plötzlich inerlich so alt geworden, weilsein Leben leergeworden ist, denn ein 13jähriger Sohn kann einer trauernden alten Seelenicht viel helfen, und das Verhältnis zwischen diesen beiden Menschenkidern ist wegen desAltersunterschieds recht problematisch. Aber Maria und ich komman mit dem Jungen ausge-zeichnet zurecht, wenn es auch nicht einfach ist, die Kriegszeit, die das Kind erlebte unddie überall ihre Spuren hiterliess, auszulöschen. Diese Jugend ist verhältnismässig wildaufgewachsen, die Eltern konnten sich nicht so um alles kümmern, wie es notwendig gewesenwäre. Aber der Bengel ist klug, begabt, geschickt, hat einen klaren Charakter und findetsich it seinen 13 Jahren wunderbar in der Welt zurecht. Wir erleben die schönsten Sachenmit ihm, und es macht ihm Freude, sich von uns erziehen zu lassen, und uns auch, Hoffen wirnur, dass ich bald wieder mitverdienen kann, sonst wird es für Maria allene zu viel, undann haben wir vom Waffenstillstand und vom späteren Frieden und damit von unserem Lebenarnichts mehr, wo es doch i unseren Köpfen nur so spukt von schönen Ideen und Möglichkei-ten, aufzubauen, mitzuhelfen, Schönes zu formen.

Lotte schrieb mir vor 14 Tagen ohen Brief, in dem sie einen guten Freund ankündigte, dersich bei mir melon wollte, und sich nicht gemeldet hat. Das ist schon der zweite Fall vonFehlalarm, Sie schreibt in ihren seltenen Briefen drei rätselvolle Sätze, und nie etwasvon sich selbst. Aber sie scheint wieder arbeiten zu können, denn sie hat sich Briefbogenund Umschläge mit ihrer Anschrift als" Rechtsanwältin" drucken lassen. Also auch bei ihrgottlob ein neuer Anfang.

Paul schrieb munter von seinem Gut, erzählte von seinen Buben und seiner Freude an derneuen, wenn auch harten Arbeit. Wenn die Zonengrenzen offen sind und man mit weniger Mihensich bewegen kan als jetzt( jetzt ist es sowieso meist lebensgefährlich), werde ich ihnaufsuchen.

Paul Kirschmann rief mich vor mehreren Tagen aus Linz an. Er war von sei em Deutschland-Trip aus Idar- Oberstein nach Wien zurückgekehrt und gleich nach Wien beordert, um von dortaus entlassen zu werden, was am 18. März vor sich gehen salte. Wenn Euch dieser Brief er-reicht, wird er schon längst bei seiner Familie in eriden sein und mündlich von señen Bo-such bei uns berichtet haben. Noch heute geht ein Brief mit ähnlohen Fotos, wie sie diesemBrief beilieger an Onkel Robert ab.

Damit das geschehen kan, muss ich jetzt schliessen. Diesen Brief nimmt ein Corporal mit, derdischarged wird, aber die Absicht hat, als Civilian an sene Wirkungsstätte beim Americanorces Network zurückzukehren. Er wird diesen Brief wahrscheinlich von Boston aus beför-dern. Wenn er nach Deutschland zurückkehren sollte, steht mir seiene Anschrift zur Verfügung. Wenn er...!

Bis dahin misst Ihr beiden versuchen, mich so oder so brieflich zu erreichen. Irgendwiewird es schon geligen.

Dr. Schumacher war heute in München und hat hier vor der SPD gesprochen. Leider kam eineberufliche Sache für Maria von auswärts dazwischen, sodass eh im letzten Augenblick undisponieren musste und nicht hingehen konnte. Er hätte sich wahrscheinlich sehr gefreut. Aberauch diese Verbindung wird demnächst hergestellt.

Lasst bald von Euch hören, und lasst mich nicht so lange warten wie ich Euch warten liess.Send herzlichst gegrüsst von Burem

Maria, die Troue, sitzt nebenbei auf der Couch und legt sich ein neues Arciv über ihre neuenArbeiten in diesem neuen Leben an. Bis jetzt sind es Plakete, Bühnenbilder, ein München-Heft( Old- Munich, das auch an Euch abging!), und einige andere Kleinigkeiten. Ihre Stärkeist allerdings dekorative Malerei.( Und ihr prächtiges Mensch- Sein). Sie grüsst Euch herz-lichst. Sollten wir mal für einen Sprung rüberkommen zu Buch, malt sie einigen Leuten einpaar tolle Kleider.