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New York Times

, January 6

INEPT PROPAGANDA

REPELS GERMANS

People Hungry for News AreBored by Allied Newsreel-Subjects Found Untimely

By GLADWIN HILL

By Wireless to THE NEW YORK TIMES .

BERLIN , Jan. 11( Delayed)-Atrip to a newsreel showing in down-town Beerlin yielded today a clueto the Germans' seeming slownessin reacting to the Allies' far- flungefforts in" re- education."

The Germans are hungry forplain, objective information aboutthe outside world. In the tradi-tional American view this shouldbe a principal way of" re- educat-Their wants are faring" them.

from filled by the radio, with itsinformational limitations, and bythe newly licensed German press,which is limited in newsprint andcirculation and staffed by editorswho in too many instances seemto be intellectual stooges, publish-ing to please the occupation au-thorities rather than the readers.

The Germans are so information-hungry that there is an activeblack market in ordinary Amer­ ican magazines whose contentsare not forbidden to the Germansbut whose initial circulation wasconfined largely to soldiers.

Against this background, a me-dium with great potentialities isthe newsreel. A weekly newsreel,"" The World in Film," produced byAmerican and British officers inMunich , is the principal Allied ef-fort in this field to date. The re-sult, in the opinion of a number ofAmerican observers, is calculatedto repel, however, not only theGermans but also many of theirerstwhile enemies.

W.

Military Shots to Dog RacingThe Germans, hungry for broadinformation, are getting propagan-da piled on with a heavier handthan was Joseph Goebbels ' and re-lieved only by sequences approach-ing a new high in internationalboredom. A recent issue openedwith Fleet Admiral ChesterNimitz' return to Washington , re-plete with marching men, guns andthe general militarism we deploredwhen the Germans presented it.This was followed by a tiresomesequence on greyhound racing inEngland. There was a shot of aline of military government offi-cers applauding a speech by an-other military government officerat the opening of a stock exchange.

Finally there was a shot of somepertinence, of bells looted by theGerman Army being returned toBelgium. To no point, Germany'sdesolation is rubbed in by picturesof broken civilian refugees and re-leased prisoners of war stragglingin to Berlin - with no reference tothe considerable constructive ef-forts of the German community tocare for them.

13,1946

Rubbing It In

Germany's loss of the war isemphasized by shots of Germangenerals washing their clothes ina detention camp and of the Rus-sians driving the Germans out ofVienna , with flashbacks of Adolf Hitler's voice. Finally, there areboring sequences of Moroccanswrestling in Algiers , the premièreof a Russian symphonic composi-tion and Paris styles displayed inSweden on doll mannequins be-cause of the shortage of cloth ,which is apparently supposed toshow the Germans either that( 1)it does not pay to be neutral, be-cause you wind up short of clothor( 2) it does pay to be neutral,because you end up with Paris styles while the Germans do not.

The German audience's reactionto all this was stony silence, whichmight be termed stoical, consider-ing that this is being fed to themweekly under the label of" news-reel."( The previous week's reelopened with a four- minute se-quence on a British Army trackmeet which in ennui was cruelpunishment.) The American spec-tators evidenced more audible dis-satisfaction.

Whatever one thinks of the con-tent of the film, the fact remainsthat it is barren of the news ofthe world it purports to purvey,news that the occupation authori-ties claim ve giving them by allavailable means.

A

New York Staats- Leitung

and Herold 15, 1, 46

Alliierte Film- Propaganda inDeutschland ' plump, ungeschickt'

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Mit ihren filmischen Bemühun-| mäßigen Eigentümern wiederzu-gen um Gewinnung des deutschen gestellt. Nicht recht einzusehenPublikums für die Demokratie war aber, welchem berechtigten.mit dem Bildscheinen die anglo- amerikanischen Bedürfnis dannMilitärbehörden in Berlin und an- eines kläglichen, seinen Weg nachderswo in ihrer Okkupationszone Berlin nehmenden Flüchtlingszu-deutsche Zivilpersonen undmerkwürdig wenig Glück zu ha- gesKriegsgefangeneben, wie man von einem der alli- entlasseneierten Filmproduktion in Mün- abgeholfen werden sollte, zumalchen zweifellos Wohlwollen ent- es dabei an jedem filmischen Hin-gegenbringenden amerikanischen weis auf die immerhin nicht ganzBeurteiler erfährt. Gladwin Hill, fruchtlosen Anstrengungen deut-der Berliner Korrespondent der scher Gemeinwesen fehlt, das Los" New York Times ", hat sich, wie solcher bejammernswerten Lands-er berichtet, in einem Berliner leute erträglich zu gestaltenb-Kino von der Qualität der" Wo-Eine sicherlich wohltuerchenrevue", die den Deutschen wechslung wir folgen dem Hill-bildete danachunter dem Titel" Die Welt im schen BerichtFilm"nun regelmäßig von das Bild eines dänischen Segel-anglo- amerikanischer Seite gebo- schiffes vor der Küste Floridas ,ten wird, sowie von der Aufnahme obwohl dem amerikanischen Be-dieser Bilder durch die deutschen trachterKinobesucher überzeugt, und seinUrteil lautet in beiderlei Hinsichtvernichtend:" Die Welt im Film"ist offensichtlich äußerst enttäu-schend für alle Deutschen , die vonder Wochenrevue über das Welt-geschehen unterrichtet werdenwollen und Hill unterstreicht Um es den Deutschen zu allemwiederholt den Neuigkeiten- Heiß- Überfluß noch einmal einzuträn-hunger der deutschen Bevölke- ken, daß sie den Krieg verlorenund sofern die auf die haben, zeigte man ihnen dann aufProjektionswand gezauberten Vor- der Projektionswand ein paar Ge-gänge der" Umerziehung" Deutsch- neräle ihrer einstigen Armee, wielands dienen sollen, gibt Hill je- sie in einem Inteinierungslagernen Filmen keine bessere Zensur. selber ihre Leibwäsche waschen.Ja, er sagt ohne Umschweife, die und russische Kolonnen, die inUrheber dieser filmischen Abart Wien einrücken, während die letz-" demokratischer" Propaganda fin- ten Nazis Reißaus nehmen, Nichtgen es noch plumper an, als Jo- einmal die bellende Stimseph Goebbels und seine" Reichs- lers, die von irgendwoherfilmkammer" es mit ihrer Nazi- sen Vorgang hineinschalltbleibt demStimmungsmache im Film getan Ateliertrickhätten, und das will gewiß etwas schen Kino- Publikum hierbei er-heißen.spart.

rung

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dabei sechs denkbareEpisoden aus dem amerikanischen Leben einfielen, die für das hiesi-ge Publikum immerhin von größe-Interesse und Nutzen ge-remwesen wären.Diese Generäle scheinen wirklichbesiegt zu sein

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Hit-

die-

ein

deut-

Am deprimierendsten ist es da- Das verbotene nämlich dasbei, bei dieser Gelegenheit zu er- langweilige Genre kommt zumfahren, daß die neue( militärbe- Schluß noch mit einem Ring-hördlich" lizensierte") deutsche kampf von Marokkanern in Algier .Presse genau so versagt, wie der der Erstaufführung einer russi-von den Fachkräften der anglo- schen Symphonie und einer son-amerikanischen Okkupationsbe- derbaren" Pariser Modenschau"hörden gedrehte Film. Hill be- in einer Stadt Schwedens auf'shauptet geradezu, diesemit denkbar ermüdendste zur Geltung.

oder

von

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an

ihrer Seitenzahl, wie ihrer Ver- Sonderbar ist die Modenschaubreitung in engen Grenzen blei- deshalb, weil sie in diesem Fallebenden neuen Blätter von Jour- nur angedeutet wird, mit Zuhilfe-nalisten bedient würden, denen es nahmeMannequins. Viel-denmeint Hillhauptsächlich darauf anzukom- leicht solltemen scheine, den Okkupationsbe- Deutschen nahegebracht werden,hörden zu Gefallen zu schreiben. daß es sich nicht lohnt, in einemgleichgültig, ob der liebe Leser da- Weltkrieg neutral zu bleiben, wiebei auf seine Rechnung kommt der offensichtliche Mangelnicht. Der amerikanische Kleidertuch in Schweden darzu-Zeitungsmann belegt solche deut- tun scheint. Oder anders herum:sche Redakteure seinerseits mit Vielleicht wollte der Film geradeeinem harten Prädikat: Er stem- den Nutzen der Neutralitätspolitikpelt sie nämlich als geistige Werk- demonstrieren, denn siehe da: Dieihrezeuge(" intellectual stooges") der Schweden bekommen nunalliierten Militärs ab.neuesten Pariser Toiletten, diedas deutsche Fräulein, die deut-sche Frau SO schmerzlich entbehren!

Wie Hill" Die Welt im Bild"rezensiert

Soweit es auf die englisch - ame-rikanische Filmpropaganda an-kommt, schreibt er, daß sie" nachAnsicht vieler amerikanischer Be-obachter darauf berechnet ist.nicht nur die Deutschen , sondernebenso ihre früheren Feinde ab-zustoßen." Was dem hinsichtlichder Weltneuigkeiten grausam aus-gehungerten deutschen Publikumnun von uns und den Briten ge-boten werde, sei statt echter In-formation vielmehr Propaganda.und diese sei noch täppischer, alsdas deutsche Kino- Publikum sieschon unter Goebbels gewohnt ge-wesen sei. Wenn aber die über dieFlimmerwand huschende Propa-ganda wirklich einmal durch Ver-anschaulichung von Tagesneuig-keiten unterbrochen werde, SOhabe man es immer mit Bildernzu tun, die einen" neuen Rekordauf dem Gebiet der internationa-len Langweile" darstellten.

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Die jüngste Nummer jener Wo-chenrevue beispielsweise, die Hillsich angesehen hat, begann mitder" Rückkehr des Admirals Ni-mitz nach Washington ". Was denDeutschen hierbei an kriegeri-schem Pomp gezeigt wurde,scheint um nichts hinter dem mi-litärischen Brimborium zurückge-blieben zu sein, das ihnen nach-gerade" zum Hals heraushängt",und das auch den Alliierten sonstso mißfällt, dann nämlich,wenn der Militarismus sich aufdeutscher Seite breit macht. Demmilitärischen Bilde folgte dieWiedergabe eines Hunderen-nens irgendwo in England. Dannsah man, wie in einer deutschen Stadt die Effektenbörse wiederer-öffnet wird und Offiziere der Mi-litärverwaltung einer Anspracheeines anderen Offiziers ihrer eige-nen Armee warm applaudieren.Gefallen lassen konnte man sichsicherlich das nächste Bild: Kir-chenglocken, die von den Nazisirgendwo in Belgien geraubt wor-den waren, wurden ihren recht-

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