- 2-
beiden Bauern zugebracht. Diese franzo esich- baskischen Bauern sind ganzprachtvolle Menschen, stolz und frei ind Gestalt und Gebahren, treu und hilfbereit. Die Monate dort, in unmittelbarster Naehe der Demarkationsliniewaren schoen und die Arbeit im freien war erholsam. Wir lebten dort in ei-nem Haus, bestehend aus Kueche und zwei Raeumen. Wir, das sind in diesemFalle Mieze, Kaete, Margret Leuthe( Sekretaerin des Muelhauser" Republikaner ",die seit Ausbruch des Krieges schon in Muelhausen bei uns lebte Max Hofmannund seine Familie( Frau Hofmann mit drei Kindern, zwei Jungs und einem Mae-del war 1938 aus der CSR nach Muelhausen gekommen) und ich, im ganzen neun1 Personen. Die beiden Raeume hatten wir einfach zu einem Damen- und einemHerrenzimmer abanzieren lassen, die Kueche war Wohn- und Essraum. Ganz atimaallmaehlich wurden die Beziehungen zur anderen Welt wieder hergestellt. DasDurcheinander in Frankreich war damals wahrscheinlich nicht weniger schlimm,als es jetzt in Deutschland zu sein scheint. Aber wie wir Freunde fandenund wie wir gefunden wurden auch um die von amerikanischen Freunden be-sorgten" Dangervisen" in Marseille in Empfang zu nehmen- erzaehle ich spae-ter, es wuerde fuer heute zuviel werden. Das war im September 1940, abge-reist sind wir erst Ende Maerz 1941 und zwar getrennt. Mieze und Kaeteam 24. Maerz ich am 31. Maerz. Unser Freund Hofmann waehlte einen anderenWeg-ueber Spanien und Portugal ; erblieb in Portugal haengen und ist jetztin England; die Frau mit den drei Kindern ist hier. Wir entschlossen unserst nach Amerika zu gehen, d.h, von den Visen Gebrauch zu machen, nachdemwir durch einen gluecklichen Zufall festgestellt hatten, dass die Gestapo mehr an uns interessiert war, als angenehm sein konnte. Besonders mich schisie auf dem Kieker zu haben. Als die beiden Frauen abfuhren, hatte ich nochkein Ausreisevisum aus Frankreich und konnte auch auf legalem Weg keinsbekommen. Das war fuer die franzoesischen Behoerden in meinem Fall einfachverboten, Aber- ich bekam doch eins und zwar durch den Freund, den ich ineinem anderen Zusammenhang schon erwaehnt habe. In Martinique traf ich danndie beiden Frauen wieder und mit vielen anderen Schicksalsgenossen fuhrenwir dann nach vier resp. fuenf Wochen Lager nach Amerika wo wir am 29.Mai1941, nach neunwoechentlicher Reise und zwar in New York ankamen. MeinBruder Robert holte uns ab und noch in de gleichen Nacht fuhren wir mitihm nach Hause. Dort in Meriden war es gut und ruhig und sehr freundlich.Kaete verliess uns zuerst; sie ging nach Northhampton zu Kindern, ichging am 1. Dezember nach New York , um mich auf eigene Fuesse zu stellen, Miefuhr anfangs Februar nach dem Mittelwesten in ein Heim der Quaeker, um dieSprache zu lernen. 1942 haben wir alle uns wieder in New York gefundenund nun leben wir zu dritt in einer bescheidenen Wohnung. Kaete ist Visitingnurse bei einer gemeinnuetzigen Einrichtung-sie hat Sprachexamen und Fach-examen gemacht und eine Licence erworben, ich betaetige mich als Salesmanbei einem Bekannten aus meiner Heimat-ich verkaufe synthetische Stei ne anJuweliere und Ringfabrikanten- und Mieze steht dem kelien Haushalt vor undtut sonst sehr viel zuviel- was mit ihrer freuheren Taetigkeit zusammen-haengt. Auch ich habe das natuerlich nicht vergessen, pflege Verbindung mitvielen Freunden, die inzwischen wieder in Frankreich aufgetaucht sind underreiche durch diese Freunde heute schon manchen Mann, an den Du frueherBriefe geschrieben hast. So, das ist in ganz rohen Umsissen unsere Ge-schichte; viel bleibt noch nachzuholen. Nur noch die Bemerkung: Das Lebenhier war keine Zuckerlecke, aber sicher Gold gegenueber dem, was waehrenddes Krieges von Euch ertragen werden musste. Jetzt noch eine materielle Sache: wir ko ennen noch nicht mit Dir direkt verkehren, koennen Der auchkein Paket schicken. Aber das geht, wenn Du Mr van Loon bittest, er solleinen" Request" machen und bereit sein, fuer Dich den Empfaenger zu spie_len. Bitte schreibe bald, vor allem, wie es Dir geht und was Du ueberLotte und Paul weisst, resp. ueber sie erfahren kannst. Dort in Muenschenist ein Freund von uns auch ein Emigrant- Sgt Ernst Langendorf. tetigVielleicht siehst Du ihn, dann gruesse. Fuer heute allesgute und viel,viel herzliche Gruesse AUF EIN BALDIGES WIEDERSEHEN
Lieber Fritz Röhl, wahrscheinlich haben wir uns ain Bahnhofstra e 80 gesehen
aber
out bald von Dir undhinter Euch ist, was durch das Naziso viel liept da.
Schachen! Hoff
wirklich, etlicht.
"
HUTE AM. SOLD AT
-
Herzliche Grüsse IMMER DEIN
system angerichtet wurde.
Käthe
Eint