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in allen Ländern entgegenstehen..Sie erwarten weder, dass die grossenindustriellen Monopole auf die Vorteile grosser zollgesicherter Märkte,noch dass die grossen Militärmächte auf die Vorteile der souveränenVerfügung über die eigene Armee und Flotte freiwillig verzichten werden.Sie erkennen an, dass der Abbau der Zollschranken in jedem Falle nur aufdem Umweg über die regionale Teillösungen undin Etappen möglich wäre,und dass eine allgemeine Durchführung eine gesamteuropäische Planung vor-aussetzt. Sie schliessen daraus, dass die Ueberwindung der machtpolitischaund wirtschaftlichen Him ernisse und der planmässige Aufbau der plwirtschaftlichen Zusammenarbeit nur von Kräften durchgeführt werdenkann, die an der Aufrechterhaltung dieser Hindernisse nicht interessiertsind, und die die planmässige Ordnung der Produktion ohne Rücksicht aufdie Sénderinteressen des Eigentums anstreben, d.h. von Sozialisten. Dievolle Verwirklichung der europäischen Fedration, die wir erstreben, ist inder Tat nur sozialistische möglich.
III. Für ein freies, sozialistisches
Unabhängig davon, wieweit die Voraussetzung für eine europäischeFederation in anderen Ländern geschaffen werden, sind die deutschen Sozialisten entschlossen, die besonderen Hindernisse wegzuräumen, die in DeutaDeutschland einer europäischen Zusammenarbeit entgegenstehen. Diese Auf-gabe ist umso dringender, als das aggressive Vorgehen des deutschen Imperialismus den unmittelbaren Anlass des gegenwärtigen Krieges bildet,und als der deutsche Kapitalismus nun schon zum zweiten Male in einemVierteljahrhundert ein System der Gewaltherrschaft nach innen und nachaussen ausgebildet hat.
Die deutschen Sozialisten sehen die Ursache der wiederkehrendenTex enz zum Militarismus und zur aggressiven territorialen Expansionnicht im deutschen Nationalcharakter, sondern in den historischen Be-sonderheiten der Entwicklung des deutschen Bürgertums und in den ökono-mischen Besonderheiten im Aufbau des deutschen Kapitalismus . Sie sehen siein der Tatsache, dass niemals in der Esekiekte deutschen Geschichte einedemokratische Revolution den vollen Sieg errungen hat, dass die führendenGruppen der deutschen Bourgeoisie schon zur Zeit der Reichsgründung einBündnis mit den preussischen Junkern schlossen, um den politischen undsozialen Aufstieg der Arbeiterschaft aufzuhalten, und dass in der deut-schen industriellen Entwicklung dieEntwicklung die hochkonzentrierte Schwer- und Rüs-tungsindustrie unter dem Kaiserreich wie unter dem Hitlerreich eine führarende Stellung einnahm. Die ökonomische Machtstellung der Schwerindustrieund des preussischen Grossgrundbesitzes und die Sonderstellung der Mili-tärkaste ist auch in der Weimarer Republik nicht gebrochen, der politischEinfluss dieser Kreise auf déa zivilen Staatsapparat und auf die Massedes deutschen Bürgertums und aufx der deutschen Intelligenz daher auchdamals nicht überwunden worden.
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sich
Die deutschen Sozialisten schliessen aus diesen Tatsachen, dass dieUrsachen der traditionellen Schwäche der demokratischen Kräfte und dertraditionellen Stärke der aggressiven Tendenzen in Deutschland diegleichen sind und dass die zentrale Aufgabe der deutscle n Revolutiongegen Hitler darin besteht, diese Ursachen zu beseitigen. Sie setzendas Ziel, die Militärkaste zusammen mit dem Apparat der Hitlerdiktatur zuzerschlagen, den ostelbischen Grossgrundbesitz zu enteignen, die kriegsin-dustriellen Trusts zu verstaatlichen, die Schwerindustrie auf den Umfangzurückzuführen, der im Rahmen einer Friedensproduktion für die Bedürfnissedes Volkes erforderlich ist, und den gesamten deutschen Produktionsapparatplanmässig auf diesen Friedensbedarf umzustellen. Sie sehen diese Maßnahmen zur Aenderung zur Aenderung der ökonomischen Struktur und der s0-zialen Machtverhältnisse in Deutschland als notwendige Bedingungen an,
um Deutschlands demokratische Entwicklung im Inne rn und seine friedliche